Mögen diese Beiträge viele Johannisthäler anregen.
Sie sollen nicht nur das Interesse zur Kritik herausfordern, sondern auch die Liebe zur Heimat wecken!

Diese Aufzeichnungen beleuchten in der Ortsgeschichte von Johannisthal die Zeitspanne von den Anfängen seiner Besiedlung im Jahre 1541 bzw. 1725 bis zum Jahre 1962.

Aufgabe eines Chronisten wird es sein, die eingetretenen Ereignisse nach 1962 aufzuzeichnen.


 
 

Einer der jüngsten Orte in der Umgebung Kronachs ist die Gemeinde Johannisthal. Während Kronach bereits 1003, Küps 1151, Neuses um 1300, Schmölz 1194 und Theisenort 1335 erwähnt werden, erscheint der Name Johannes-Thal erst im Jahre 1725.
Wenige Jahre nach Beendigung des Bauernkrieges ließ der Freiherr von Redwitz zu Theisenort im Jahre 1541 in der Nähe der damaligen Handelsstraße, am Unterlauf des Krebsbaches, ein Gebäude mit einer Mahlmühle erbauen. Die älteste Siedlung, die die Keimzelle des Dorfes Johannisthal wurde, als sie später eine Pferdewechselstelle der Thurn und Taxis´schen Postverwaltung war, auch Klöppermühle ( Kleppermühle ) genannt. Teile dieser Kleppermühle sind heute noch am nordöstlichsten Ortseingang von Johannisthal zu sehen. Den Eingang ziert das Wappen derer von Redwitz und von Thurn und Taxis.

Herrscher über all dem Grund und Boden, auf dem heute Johannisthal erbaut ist, war im Jahre 1725 – also vor 241 Jahren, Freiherr Sylvester Johann Gottfried von Redwitz, hochfürstlich Würzburg’scher Dragonerhauptmann, Senior und Herr zu Theisenort.

Auf Geheiß des Fürstbischofs von Bamberg ließ Johann Gottfried von Redwitz auf dem nahe der Kleppermühle gelegenen öden Weideplatz ein Wirtshaus nebst etlichen Häusern und eine Ziegelhütte gegen den Lerchenhof zu erbauen. Das alte Wirtshaus stand in der Nähe des heutigen Bahnwärterhäuschens am vormaligen Bahnübergang (Drehorgel). Ein Teil des Dorfes „Johannes-Thal“ stand also an der Stelle, wo seit 1960 die neue Siedlung der Johannisthaler Bürger entstand.

Das 1725 gegründete Dorf erhielt den Namen „Johannes-Thal“, Dorf im Thal des Johannes – zu Ehren des Gründers, der 1735, also nach zehnjährigem Bestehen von Johannisthal verstorben ist. In einen Streit des Vogtes von Burgkunstadt mit dem Herrn von Redwitz im Jahre 1747 wird dieser Ortsname „wegen eines von dem Vogt gegangenen Einfalls in den Ort „Johannes-Thal“ erwähnt. 1752 heißt es: „Es ist da selbst weder ein Dorf noch eine Gemeinde, sondern nur ein mit wenigen Häusern bestellter Ort.“ Aus der damaligen Zeit findet man folgenden Satz in der Redwitz´schen Chronik zu lesen: “Die Kleppermühle ist mit dem Ort zusammengewachsen, aber auch eben so gut, als dieses mit mehreren Häusern besteht und zahlreich bewohnt ist“. Sodann finden sich Pläne:

a) Schloß und Dorf Theisenort
b) Die Klöppermühle
c) Das daran erbaute Dorf „Johannes-Thal“

Somit ist ersichtlich, dass der Ort Johannisthal nicht auf Grund eines Ediktes, einer Stiftung oder durch eine Verleihungsurkunde, sondern aus der Zeitfolge entstand. Während der südliche Teil der Ortschaft nach Küps pfarrte, gehörte der restliche, insbesondere die Klöppermühle, zu Theisenort bzw. Schmölz.

Ein Ortsblatt von Johannisthal aus dem Jahre 1853

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Einwohnerzahlen der Gemeinde Johannisthal seit der Gründung:

1725 etwa 50 Einwohner
1790 etwa 150 Einwohner 30 Hausbesitzer
1820 etwa 237 Einwohner
1861 etwa 336 Einwohner
1880 etwa 402 Einwohner 38 Hausbesitzer
1895 etwa 434 Einwohner 50 Hausbesitzer
1910 etwa 516 Einwohner
1921 etwa 621 Einwohner 77 Hausbesitzer
1939 etwa 801 Einwohner 110 Hausbesitzer
1962 etwa 961 Einwohner 160 Hausbesitzer


 
 
Im Schuljahr 1834/1835 mussten 65 katholische Schüler von Johannisthal nach Theisenort zum Schulunterricht. Weil die Johannisthaler Schüler in der Theisenorter Schule in der Überzahl waren, wurde im Schuljahr 1836/ 1837 in einem Johannisthaler Privathaus eine eigene Schule eröffnet. Sämtliche katholischen Kinder aus Johannisthal, Thonberg, Hummendorf, Au, Küps, Oberlangenstadt, Nagel, Tüschnitz, Hummenberg und Eichenbühl mussten die Schule in Johannisthal besuchen. Wegen zu großer Armut konnte die Gemeinde die finanziellen Lasten für die Schule nicht tragen. 1840 wurde der Unterricht in Johannisthal wieder eingestellt. Erst 1901 erhielt Johannisthal ein eigenes Schulgebäude, da die Schule in Theisenort für die kath. Kinder aus Johannisthal, Theisenort und Schmölz zu klein geworden war. Zwei Drittel aller Kinder der Theisenorter Schule waren Johannisthaler Schüler. Die Neuerbaute Schule in Johannisthal besuchten im Jahre 1901:

71 Werktagschüler
26 Sonntagschüler

Die Bevölkerung von Johannisthal wuchs in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts enorm, der Kindersegen war groß. Bereits im Jahre 1905 zählte die einklassige Schule in Johannisthal 105 Werktagschüler. Die Gemeindeväter mussten an eine zweite Schulklasse denken. Im Jahre 1908 wurde der Anbau vollendet, so dass das Schuljahr 1908/09 mit einer zweiklassigen Volksschule begann.

 
 

 
 
Fährt man von Lichtenfels auf der Bundesstrasse 173 mainaufwärts und biegt kurze Zeit später hinter Hochstadt a. Main ins Tal der Rodach ab, so erreichen wir, wenn die Marktgemeinde Küps passiert ist, das Dorf Johannisthal. Bundesstrasse und Eisenbahn führen weiter in die knapp fünf Kilometer entfernte Kreisstadt Kronach.

Dort, wo das Krebsbächlein in das Rodachtal eintritt, liegt der nördliche Teil der Gemeinde. Während die Gotteshäuser beider Konfessionen und das moderne Schulhaus den Beschauer von einer Anhöhe grüßen, reiht sich der Hauptteil des lang gezogenen Ortes am äußersten rechten Sohlenrandes des Rodachtales entlang.

Von der Bundesstrasse 173 kann Johannisthal mit dem Auto nur aus nordöstlicher Richtung, also von Kronach her, erreicht werden. Hier zweigt auch die Strasse nach Theisenort und Schmölz ab. Obwohl die elektrische Haupteisenbahnstrecke München – Berlin unmittelbar an den Häusern vorbeiführt, hält in Johannisthal kein Zug. Die nächsten Haltepunkte sind entweder Neuses ( Richtung Kronach ) oder Küps ( Richtung Lichtenfels ).

Zu einem der jüngsten Orte in der Umgebung Kronachs zählt Johannisthal. Während Kronach bereits 1003, Küps 1151, Schmölz 1194, Neuses um 1300, Theisenort 1335, Tüschnitz 1348 und Nagel 1369 erwähnt werden, erscheint der Name „JOHANNES- THAL“ erst im Jahre 1725. Die Entstehung von Johannisthal ist sehr eng mit dem Adelsgeschlecht der Freiherren von Redwitz verknüpft. Im Jahre 1290 heiratete eine Enkelin des Herrn Konrad von Schmolenz ( Schmölz ), namens Gertrud, den Freiherrn von Redwitz.

Einem ritterlichen Nachkommen dieser beiden vermachte der Bischof Leopold von Bamberg das Castrum ( Schloß - Castell ) Theisenort. Das Geschlecht derer von Redwitz zieht somit in Theisenort und später auch in die Geschichte von Johannisthal ein. Allerdings dauerte es fast noch 400 Jahre, ehe einer dieser Freiherren von Redwitz auf seinem Grund und Boden den Grundstein von „Johannes-Thal“ legte.

Wenige Jahre nach Beendigung des Bauernkrieges (1525), bei dem die Schlösser in Tüschnitz, Wildenberg und Theisenort in Flammen aufgingen, ließ der Freiherr von Redwitz zu Theisenort im Jahre 1541 in der Nähe der damaligen Handelsstrasse, am Unterlauf des Krebsbaches, ein Gebäude mit einer Mahlmühle erbauen, die später als Kleppermühle bekannt wurde. Die Mühle war also ursprünglich im Eigentum der Herren von Redwitz zu Theisenort. Später kam noch eine Gipsmühle, Landwirtschaft und ein Gasthaus hinzu.

Die erste Siedlung am Unterlauf des Krebsbaches wird als die Keimzelle der Gemeinde Johannistal angesehen. Schon vor oder während des 30.jährigen Krieges (1618 – 1648) muß sie als Lehen an die Familie Sauerwein – aus dem Coburger Land stammend – gekommen sein, denn bereits 1648 heiratet ein Johann Sauerwein von hier nach Reuth. Der heutige Besitzer Oskar Sauerwein ist noch im Besitze eines Erbzinslehenbriefes aus dem Jahre 1789 und eines Lehenbriefes von 1804.

Es heißt dort:
„Lehensbrief für Johann Georg Sauerwein auf der Klöppermühle eine Mühle mit Zubehör“ gez. Franz Josef von Redwitz auf Schmölz.


Größere Bedeutung erlangte die Kleppermühle, als die Fürsten von Thurn und Taxis an wichtigen Verkehrsknotenpunkte Pferdewechselstellen für den Postkutschenverkehr im 18. Jahrhundert einrichten. Weil hier in den Ställen des landwirtschaftlichen Anwesens die müden Pferde gewechselt wurden, erhielt die Mühle ihren Namen „Kleppermühle“ (Klepper = Pferde) in manchen Schriften auch „Kloppermühle“ genannt.

Erst mit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie Hochstadt – Kronach – Gundelsdorf am 20.02.1861 und deren Weiterführung im Jahr 1863 bis Stockheim endete die Postkutschenzeit der Fürsten von Thurn und Taxis. Die Kleppermühle ist heute eine Ruine, aber am noch vorhandenen Tor erkennt man das Redwitz´sche Wappen zusammen mit dem Posthorn der Thurn und Taxis. (siehe Bierdeckel* der Brauerei Sauerwein, Johannisthal). Auch kann der Besucher heute noch die alten Mühlsteine, die im Hof des Anwesen Sauerwein umherliegen bewundern. Im Jahre 1926 wurde bei Ausschachtungsarbeiten ein Pferdegerippe gefunden. Seit 1798 war die Kleppermühle Schnapsbrennerei, seit 1935 Bierbrauerei.

Wohl stand die Kleppermühle mit einigen Nebengebäuden schon seit dem Jahre 1541 und gehörte den Burg und Schlossherren in Theisenort. Vom Ende des 30jährigen Krieges sollte es noch 70 Jahre dauern bis zum Jahre 1725, ehe „Johannes-Thal“ Erwähnung findet.

Herrscher über all den Grund und Boden, auf dem heute Johannisthal erbaut ist, war damals im Jahr 1725:
„Freiherr Sylvester Johann Gottfried von Redwitz“.

Dieser Sylvester, Johann, Gottfried von Redwitz, hochfürstlicher Dragonerhauptmann, Senior und Herr zu Theisenort ließ auf einen öden Hüteplatz (Weideplatz) ein Wirtshaus nebst etlichen Häusern neuerlich und dergleichen auch eine Ziegelhütte gegen den Lerchenhof zu erbauen, die nach Küps eingepfarrt waren, sagt ein Chronist !

Ein anderer:!?„Das alte Wirtshaus stand in der Nähe des Bahnwärterhäuschens am vormaligen Bahnübergang (Drehorgel) über der Eisenbahn.

Das Dorf erhielt den Namen: im Thal des Johannes – Johanes-Thal, zu Ehren des Gründers, der 1735, also nach den 10jährigen Bestehen von „Johannes-Thal“ verstorben ist. Zu erwähnen ist allerdings, dass der Bischof von Bamberg von den Adeligen verlangt hatte, armen Leuten für 2 Taler Grund und Boden zur Verfügung zu stellen.

Der Ortsnamen des ehemaligen Hochstifts Bamberg lautet: „Johannesthal hat 207 Seelen und eine Mühle“
Aus dieser Beschreibung ersehen wir, dass die Mühle bereits in den Hintergrund gedrängt ist.

In einer anderen Chronik heißt es:
„In einen Streit des Vogtes von Burgkunstadt mit den Herren von Redwitz im Jahre 1747 wird erstmals dieser Name wegen seines von Vogt begangenen Einfalls in den Ort Johannes – Thal erwähnt“

1752: „Es ist da selbst weder ein Dorf noch eine Gemeinde, sondern nur ein mit wenigen Häusern bestellter Ort“

1786: erfolgte wiederum ein Einfall dieses Burgkunstadter Vogtes, der mit Hilfe von 16 Mann und dem Zehntknecht von Kronach nach den Wirt verhaften ließ. Durch die Errichtung des Wirtshauses an der Handelsstraße, wurden die Kronacher Gastwirte recht böse. Eine Beschwerde beim Bischof half nichts, also versuchte man die Entfernung des Wirtshauses in Johannisthal, kurz vor der Stadt Kronach gelegen, auf eigene Faust. Weshalb sich die Kronacher der Burgkunstadter bedienten, ist ungewiss. (?)

Über die bewohnte Fläche der Gutsherrschaft Theisenort gibt folgender Plan Auskunft:
a.) Schloß und das Dorf Theisenort
b.) Die Kleppermühle
c.) Das daran erbaute Dorf Johannes-Thal

Somit ist ersichtlich, dass der Ort nicht auf Grund eines Ediktes, einer Stiftung oder durch eine Verleihungsurkunde gegründet wurde, sondern aus der Zeitfolge entstand.

 
Johannes - Thal und die Kleppermühle
 

Die Skizze zeigt, dass das Dorf „Johannes-Thal“ und die Kleppermühle zwei getrennte Siedlungen waren. Die Ziegelei ging ein und wurde später in der Nähe des Dorfplatzes (Hofbräu) neu errichtet. Auch das Wirtshaus ging ein, der Wirt (Batzenwirt – Zapfenwirt) soll erstochen und beraubt worden sein. Die Häuser verfielen, die Bewohner siedelten um, vor allem in die Nähe der Kleppermühle.

Weshalb die Bewohner umsiedelten oder umsiedeln mussten, mag an den inzwischen sich geänderten Besitzverhältnissen in diesen Gebiet gelegen haben. Auch die häufigen Rodachüberschwemmungen (die Nebenarme der Rodach reichten ja bis an die Häuser heran) ließen eine Ausbreitung und weitere Besiedlung nicht zu. So entstanden vor allen Gebäude um die Kleppermühle, an der „Hallee“ (Allee) und am so genannten „Ratzenschwanz“.

Vom alten „Johannes-Thal“ war um 1850 nichts mehr zu sehen. Neu besiedelt wurde dieses Gebiet erst wieder ab 1960, als der Bürgermeister Heinrich Höfner für die vielen bauwilligen Johannisthäler neues Siedlungsgelände erwarb und damit einen neuen Ortsteil am Wallweg schuf. Viele schmucke Häuser mit liebevoll angelegten Vorgärtchen entstanden und entstehen seit her hier. Allerdings sind diese Neusiedler (alle aus Johannisthal stammend) Bürger von Küps oder Theisenort, weil das Baugelände (1962) noch nicht zur Gemarkung der Gemeinde Johannisthal gehört.

Die Bemühungen des jetzigen Gemeindeverwaltung, diese „Küpser“ und „Theisenorter“ Einwohner am „Wallweg“ nach Johannisthal einzugemeinden und „heimzuholen“, werden wohl nicht mehr all zu lange auf sich warten lassen.

Neben den, südwestlich und westlich von Johannisthal, auf freien Felde gelegenen landwirtschaftlichen Anwesen – aber nicht zur Gemeinde Johannisthal gehörig – zählen der Lerchenhof und der Schafhof. Ein dritter, der Lindenhof (Rockidocki), wurde im Zuge des Schulhausneubaus abgetragen, nachdem er teilweise zur Ruine geworden war und auf keinen Fall als Nachbar neben einer modernen Bildungsstätte bleiben konnte.

 
Der Lindenhof
 
Der Lindenhof war früher ein Herrschaftshof der Herren von Redwitz und wegen seiner Nähe bei Johannisthal eng mit den Bewohnern des jungen Ortes verbunden. Die Industrialisierung in Europa, besonders in England, Frankreich und später auch in Deutschland setzte am Ende des 18. Jahrhunderts ein. Auch der damalige Herr über Theisenort und Johannisthal, Freiherr Veit von Redwitz sah die große Chance, in Zukunft auch Fabrikherr zu werden. So gründete er 1755 oder 1785 (wahrscheinlicher) eine Kattun-Fabrik. Er stellte in die teilweise vorher umgebauten Räume des Lindenhofes Webstühle auf, auf denen derbe Baumwollstoffe, Kattunstoffe gewebt wurden.

In dieser Fabrik waren vorwiegend „Refugien“ ( Geflüchtete ) aus Böhmen tätig. Auch Juden arbeiteten dort als Fachleute. Diese Juden bewohnten die Judenhäuser in Johannisthal mit den Hausnummern 2, 13 und 18. Noch heute sprechen alte Johannisthaler von der „Labehütte“, vom Haus mit der Nummer 2, wo die Juden ihr Laubhüttenfest, das Erntedankfest, abhielten. Diese Häuser trugen früher das Redwitz´sche Wappen.

Um 1850 stellte die Kattunfabrik Lindenhof ihre Produktion ein.
 

 


Der meistverbreitete Familienname in Johannisthal ist Höfner, eine Art große Sippe bilden die „Waldmanns“, ein Hausname.

Mit geflüchteten aus Böhmen kam auch ein Höfner, wahrscheinlich ein Thomas Höfner, nach Johannisthal und wohnte in einem der oben genannten Judenhäuser. Dieser Thomas Höfner übte den Beruf als Siebmacher* aus. Dessen Sohn oder Enkel ist bereits in alten Pfarrmatrikeln zu finden. Er hieß Karl Höfner, und wurde im Jahre 1786 in Johannisthal geboren und übte das Maurerhandwerk aus. 1866 starb er. Seine Frau hieß Gertrud und lebte von 1802 bis 1879. Beide waren sehr streng katholisch. Wären diese Eheleute nicht so streng katholisch gewesen, dann würden heute sehr viele Höfners nicht Höfner heißen, sondern hießen Waldmann und gehörten der evangelischen Konfession an.

Und das kam so: Beider Tochter Ursula, geboren 1823, verliebte sich in den um fünf Jahre älteren Schreiner Georg Waldmann, Sohn des Schneiders Konrad Waldmann, 1779 in Mannsgereuth geboren. Die Ehefrau des Konrad Waldmann (die Mutter von Georg) hieß Christine, geborene Knauer. Beide starben in Johannisthal. Diese Waldmanns, sehr angesehene Leute im Dorfe, waren aber Protestanten.

Von Ursula Höfner, in alten Jahren als „Urschl - Wawa“ bekannt, wissen wir, dass sie eine sehr gute Schülerin und ein wohlerzogenes Kind war. Lehrer Märsching aus Theisenort, wo Ursula zu Schule ging, schrieb ihr im Schuljahr 1834/35 folgendes Zeugnis aus: Geschichte: gut, Geographie: sehr gut, Naturlehre: gut, Sittliches Verhalten: sehr gut, Schulbesuch: sehr gut, Ursulas streng katholischen Eltern erlaubten nicht eine Heirat mit dem Protestanten Georg Waldmann, auch dann nicht, als Ursula ein uneheliches Kind gebar, insgesamt fünf uneheliche Kinder. Allseits wurden sie die „Waldmannskinder“ genannt. Viel musste Ursula Höfner mitmachen, mindestens sechsmal wechselte sie die Wohnung, als Tagelöhnerin schlug sie sich mit ihren Kindern durchs Leben. Einer ihrer Söhne hieß Moritz und hatte eine große Nachkommenschaft, die „Moritzn“
 
Die Urschl - Wawa starb 84jährig unverheiratet im Jahre 1907.
Auch der Vater ihrer Kinder blieb bis zu seinem Lebensende ledig.
 

 
 
Ab wann Johannisthal selbständige Gemeinde wurde, konnte ich bisher noch nicht klären. Eine gewisse Loslösung von Theisenort muss schon um 1806, dem Jahr der Eingliederung dieses Gebiet in das Königreich Bayern, vollzogen worden sein. Im Bamberger Staatsarchiv fand ich aus dem Jahre 1808 eine Begrenzung der Flurgemarkung von Theisenort.

Dort heißt es: Gegen Morgen wird Theisenort begrenzt: Hinter dem Hause des Matthäus Fischer zu Kunberg, um den Backofen herum auf dem Fuhrweg nach Johannisthal, auf diesem weiter bis zu den öffentlichen Seitzen der so genannten „Rosenau-Weiher“. Johannisthal gehörte 1808 aber noch zum Steuerdistriktt Theisenort, ebenso auch Entmannsdorf, Rödern, Köhlersloh, Judengraben, Kachelmannsberg, Burg, Lerchenhof und Lindenhof.

Im Häuser und Steuerumschreibbuch ist folgendes über Grundstücks- und Hauserwerb zu lesen:

1811:
Michael Ziegler, Zieglermeister, ein Haus in Johannesthal. Philipp. Trapper zu Friedrichsburg erkauft von Thomas Baierlein ein Haus. Heinrich Stumpf aus Hummendorf erwirbt ein Haus. Heinrich Deuerling erwirbt ein zu Neuses gehöriges Grundstück.

1812:
Herrmann Ochs erkauft vom Theisenorter Johann Ochs ein erkauftes Lehen. Johann Hempfling zu Johannesthal, ½ Tropfhaus erkauft. Lehensbrief vom 16.12.1809: Nikolaus Bernschneider erkauft von Franz Löw ein Haus mit Gartenanteil. Bartholomäus Hogorka aus Steinberg erkauft von Georg Hellget ein Haus zu Johannesthal. Veit Carl Lattig zu Johannesthal erkauft laut Lehensprotokoll vom 7.1.1815 von Johann Wagner ein Haus. Auf Ableben Johann Spieß zu Johannesthal überkommt dessen Hinterlassenschaft Witttig Margareta ein Haus. Conrad Waldmann von seinen Stiefvater Johann Stühlein ein Haus. Ursula Bagrrin, ledig aus Seelach, kauft ½ Haus von Georg Wachter im Jahre 1815.

1817:
übernimmt Rosina Müllerin ein Haus mit einem Gärtlein. Simon Vetter, Margareta Spießin, Johann Hempfling und Margareta Ellmerin erwerben oder verkauften Häuser mit kleinen Würzgärtlein.

1818:
erkauft Daniel Büttner zu Küps ein Haus von Johann Drechsler. Thomas Hofmann erhielt 1820 durch Übergabe der Margareta Müllerin ein Haus mit einem Gärtlein. Thomas Hofmann war von Beruf Flößer. Nikolaus Ziegler war Häfner in Johannisthal und bekommt das Haus von Simon Vetter. Benedikt Simon ererbt ein Haus.

1821:
erkauft Georg Schrepfer ein Haus von Heinrich Schmitt. Georg Oesterlein, Andreas Büttner, Christoph Benedikt Zöllner erwerben ebenfalls Anwesen. Georg Bayerlein erwirbt ein kleines Anwesen von Carolina Hofmannin, ledig aus Tiefenklein.

1833:
Johann Georg Murrmann erhielt durch Übergabe des Wilhelm und Margareta Murrmann ein Lehen aus Schmölz mit einem Tropfhaus.
Weitere Besitzer oder Verkäufer: Johann Haderlein 1823, Franz Porzelt 1825, Eva Neidthardtin, Johann Stöcker, Michael Treusch, Wolfgang Münch, Johann Kuntz, Johann Beetz, Johann Porzelt, Georg Lorenz (Zimmergeselle), Paulus Kaiser (Gemeinderat), Johann Sauerwein (Ortsvorsteher), Max Bauer aus Hummendorf, Johann Bittrauf (Kleppermühle).

Einwohner um 1800
Hausnummer 1: Simon Benedikt mit 7 Kindern.
Nr. 2 Friedrich Brunner, (Schneidermeister), Johann Hempfling, (Zimmergeselle), Sohn Heinrich war Soldat, Barbara Bärenz, (Tagelöhnerin).
Nr. 3 Lorenz Höhn, (Wegmacher), Johann Lunz, (Nachtwächter),
Johann Stöcker, Sophie Brunner, (Näherin).
Hausnummer 4: Franz Wagner Andreas Schmitt (Floßknecht), Franz Zipfel
(Maurergeselle), Georg Schrepfer, Maria Müllerin, Barbara Porzelt.
Nr. 5 Peter Schirmer, Sohn Konrad war Gerichtsdienergehilfe.
Nr. 6 Karl Deuerling, (Flößer) mit 10 Kindern.
Nr. 7 Michael Bernschneider, Floßknecht, Johann Treusch.
Nr. 8 Heinrich Stumpf, Protestant, Andreas Treusch.
Nr. 9 Johann Bittruf, (Floßknecht), Johann Kestel, Andreas Schmitt, (Flößer), genannt: (Weißnandreas), Johann Bayerlein, (Schuhmacher) und Protestant.
Nr. 10 Georg Zapf und Margareta geb. Ziegler.
Nr. 11 Michael Böhnlein, (Schmiedemeister), geb. 1770, Barbara Wachter und Margareta Geiger.
Nr. 12 Nikolaus Bernschneider (Flößer), und Gertraud, geb. Richter, Georg Barnickel, Kunigunda Trapper.
Nr. 13 Johann Ritter, (Flößer) mit 8 Kindern, Johann Wagner, (Maurergeselle), Margareta Spieß, ledige Tagelöhnerin mit 6 unehelichen Kindern, Anna Friedrich.
Nr. 14 Johann Geiger, (Flößer).
Nr. 15 Erhard Hofmann (Flößer), und Elisabeth, Conrad Schrepfer, (Zimmergeselle), Johann Beetz.
Nr. 16 Georg Murrmann, Protestant.
Nr. 17 Konrad Güthlein, (Schumacher), die ledige Dora Beetz und Kinder.
Nr. 18 Andres Wagner, (Flößer), Heinrich Hempfling, Georg Ziegler, gestorben 1805,
Nr. 19 Johann Hempfling, Franz Zipfel.
Nr. 20 Georg Bittruf, (Flößer), und Frau Barbara, geb. Müllerin, die ledige Regina Treusch und Kinder.
Nr. 21 und 22 Johann Österlein, Georg Mannmäusel, Friedrich Wagner und Kunigunda, geb. Herrmann.
Nr. 23 Georg Haderlein, (Schneidermeister), Franz Wagner, (Regenschirmmacher).
Nr. 24 Karl Theodor Lattig, Mitbewohner Georg und Agnes Hofmann.
Nr. 25 Konrad Fugmann, (Schreinermeister) und noch vier Familien.
Nr. 27 Georg Murrmann, Konrad Fugmann
Nr. 28 Michael Keim, (Schneidermeister) und Bürgermeister, Christoph und Kunigunda Treusch.
Nr. 29 Georg Bauer und Ursula Höfner (die Tante der Urschl-Wawa) mit Kindern, Georg Schrepfer mit Söhnen Konrad und Georg.
Nr. 30 Michael Treusch.
Nr. 31 Philipp Trapper, Michl Beetz, Anna Österlein, Barbara Porzelt.
Nr. 32 Georg Stöcker, Franz Zipfel, Baltasar Steinier, Eva Karl, Johann Wagner, Barbara Karl, Agnes Hoh.
Nr. 33 Thomas Hofmann, (Flößer), Benedikt Schwemmlein, (Ziegler), Georg Bärenz, lediger (Zimmergeselle).
Nr. 34 Franz Porzelt und Regina, geb. Murrmann, Johann Porzelt.
Nr. 35 Johann Vetter, Johanna Stöcker, geb. Güthlein, Franz Martin, (Schullehrer), Ursula Höfner mit Kinder.
Nr. 37 Johann Haderlein, (Tagelöhner), Karl Höfner und Gertrud, (Mauerer) mit Kindern Ursula, Barbara, Johann, Michael und Georg.

Aus dieser Einwohnerliste (sie ist nicht vollständig) ersieht man, dass manche Personen oder Familien in den Jahren 1780 bis 1840 mehrmals umgezogen sind.
Vom „Bauernandres“ Andreas Bauer Heimatdichter und Kulturreferent des Landkreises Kronach, erfuhr ich, dass mehrere Johannisthaler in Kronach das Bürgerrecht besaßen.

     
Dorfplatz um 1898
Gasthaus Hofmann
Kögelshaus
Alte Schule um 1918
 

 
 
Not und Armut beeinflussten im 17. und 18. Jahrhundert entscheidend die Entwicklung des Dorfes. Um die Not nur einigermaßen zu begegnen, gründeten verantwortungsbewusste Männer um 1810 den „Verein für die Armenpflege in Johannisthal“ Über den Schriftverkehr dieser sozialen Einrichtung, des ersten Vereins in Johannisthal, findet man umfangreiche Akten im Pfarramt in Theisenort vor. Nur einen geringen Teil durchzustudieren lohnt sich, um ein Bild der damaligen Notlage zu bekommen. In den allerwenigsten Fällen trugen die Menschen selbst die Schuld für ihre Armut, die Umstände der damaligen Zeit müssen dafür verantwortlich gemacht werden.

Gehen wir zurück in die ersten Jahrzehnte nach der Gründung von Johannisthal um 1725. Die ersten Johannisthaler, die sich die ersten Häuser auf einer öden Hutweide und in der Nähe der Kleppermühle errichteten, wurden vom Freiherrn gerufen als Tagelöhner, landwirtschaftlicher Arbeiter, Knechte und Mägde. Sie waren Maurer, Flößer, Regenschirmmacher, Siebmacher, Weber und später Korbmacher.

Sie kamen aus Theisenort, Hummendorf, Mannsgereuth, Schmölz, Böhmen und von noch weiter her. Der größte Teil dieser Zugewanderten waren besitzlose, arme Menschen. Sie rackerten sich ab, erwarben durch viel Fleiß ein wenig Grund und Boden, konnten oft die Schulden nicht bezahlen, ließen wieder alles in Stich und zogen wieder fort. Andere kamen an ihrer Stelle. Sie gelten nicht als bodenständig, wie die Bauern und Handwerkern der umgebenden Dörfer. Sie waren gezwungen oft ihre Arbeitsstelle zu wechseln. Der Lohn war gering, durch Heimarbeit versuchte man das Einkommen zu erhöhen. Die Erzeugnisse ihrer Heimarbeit wurden im Hausierhandel abgesetzt, nebenbei half auch das Betteln. Die Kinderzahl in den Familien war groß, und alle Mäuler wollten gestopft werden.

Als die Kattunfabrik im Lindenhof entstand, arbeiteten viele als Weber oder Handlanger. Nachdem die Weberei eingegangen war, quartierten sich etliche im Lindenhof ein, so die Familie Höfner, Treusch, Sterzer, Bittruf u. a.
Andere verdingten sich auf den Bauernhöfen Köhlersloh, Kachelmannsberg, Schafhof, Lerchenhof, Theisenort und Tüschnitz.

Einige erlernten in der Fremde ein Handwerk, so dass Johannisthal eine große Anzahl von Handwerkern aufzuweisen hatte: Ziegler, Schneider, Schuhmacher, Schreiner, Maurer, Zimmerer u. a.. Um das Jahr 1855 zog ein neues Gewerbe in Johannisthal ein, die Korbmacherei. Förster und Bauern sahen es gar nicht gerne, wenn die Johannisthaler Korbflechter und „Krätzlastricker“ die Weidenruten schnitten oder die Baumwurzeln am Waldrand für die Herstellung ihrer Krätzen und Körbe ausgruben. Man verbot es ihnen, sie taten es dennoch, meist heimlich, denn der Hunger tat weh. Sie wurden gehasst und angezeigt. Mit ihren Körben und Krätzen zogen sie hinaus in die weitere und nähere Umgebung, verkauften die Ware, und konnten so die Familie ernähren. Korbmacherei und Hausierhandel machten die Johannisthaler bekannt, denn sie waren viel unterwegs. Und Menschen, die damals viel unterwegs waren, ihre Arbeitsstätten oft wechselten und in ihren Wohnort noch nicht allzu lange saßen, wurden gerne Zigeuner genannt. Von einer Zigeunerniederlassung in Johannisthal ist nichts bekannt.

Um das Jahr 1860, also vor über 100 Jahren, konnte man in Johannisthal schon eine große Anzahl von Familien zählen, die in der Korbmacherei einen Lebensunterhalt besaßen. Der Postbote und Korbflechter Heinrich Murrmann gründete 1865 einen Betrieb in dem Korbwaren hergestellt wurden. Diese Firma, war der größte Betrieb Johannisthals und weit bekannt, erhielt auf der VII. Trienale in Mailand im Jahre 1949 eine Silbermedaille und auf der Internationalen Handwerksausstellung in Berlin 1938 den Ehrenpreis des Japanischen Botschafters.

Als Korbmacherdorf ist Johannisthal nun schon seit über 100 Jahren bekannt. Freilich sind Rohware, Arbeitsweise, Fertigware und Vertrieb ganz anders als 1865. Ein Rundgang durch das einzige Korbwarenmuseum in Michelau / Obfr. Verdeutlicht das. Aber all diese Armut ist, hier im Fränkischen Wald vom 14.2.1933 niedergeschrieben, mit der erschreckenden Armseligkeit vor c. 120 -130 Jahren nicht zu vergleichen. Unzählige Protokoll aus den Akten des Armenpflegrates, die z. T. noch im Pfarramt Theisenort verwahrt sind, geben uns davon Zeugnis.

Hauptvorsitzender dieses Armenpfelgschaftsrates war jeweils der Pfarrer von Theisenort. Ferner gehörten diesem Gremium außer dem Pfarrer und dem Ortsvorsteher von Johannisthal noch angesehene Männer an. 1834 setzte sich der Armenpfegschaftsrat aus folgenden Personen zusammen:
Pfarrer Braunersreuther, Christian Güthlein als Vorstand, Benedikt Zöllner als Armenpfleger, ferner Konrad Waldmann und Georg Bauer. 1853 Pfarrer Fillweber als Vorstand, Sauerwein als Gemeindevorsteher (Bürgermeister), die Gemeinderäte Heinrich Stöhr, Konrad Böhnlein und Johann Kestel. Pfarrer Gleußner wird als besonders verdienter Geistlicher für die Armenpflege erwähnt. Von ihm stammen unzählige Berichte über die Armut an zuständige Behörden. 1856 gehörte dem Vorstand an : Pfarrer Fillweber als Vorsitzender, Stöhr als Ortsvorsteher, Böhnlein, Georg Deuerling, Paulus Kaiser und Stöcker als Armenpfleger. Die Schriftstücke sind mit einem runden Siegel versehen: Gemeindeverwaltung der Landgemeinde Johannes-Thal. In den angelegten Listen findet man die ärmsten Bewohner von Johannisthal verzeichnet. Diese Listen enthalten die geldlichen Zuwendungen aus dem Armenfond.

Hier einige Beispiele aus der Arbeit der Armenpflegschaft:
Im Jahre 1838 konnte ein Michael Hofmann die Miete von 1,45 Gulden im Vierteljahr nicht bezahlen; daher musste auf höheren Befehl die Armenkasse diese Mietschuld begleichen. Für kurze Zeit übte der Gastwirt Leffer das Amt des Armenpflegers aus. In einem langen Brief bittet er, für die Ärmsten eine kräftige Suppe kochen zu dürfen und ersucht um einen finanziellen Zuschuss.
Diese Verpflegung mit einer „kräftigen Suppe“ scheint aber nicht lange zu währen, denn Bürgermeister Michael Keim beschwert sich in einem Brief, der vom Gemeindeschreiber Franz Martin (Lehrer) verfasst wurde, beim königlichen Pfarramt in Theisenort über die Gastwirtsgattin wie folgt:
„Unterzeichneter bringt dem königlichen Pfarramt Theisenort als Vorstand der Armenpflege zu Johannisthal zur gehorsamsten Kenntnis, dass die Ehefrau des Gastwirtes Georg Leffler, dahier, sich weigert, für die unbemittelten kranken Leute in der hiesigen Gemeinde eine Suppe zu kochen“.

In Unterwerfung verharret des königlichen Pfarramtes gehorsamster Michael Keim, Vorsteher. Im selben Jahr verlangt der Phisikatsassistent Dr. Appel aus Kronach für seine ärztliche Hilfe das Honorar aus der Armenpflege …. „ da es die Leute selbst nicht bezahlen konnten und ihnen nichts zu nehmen war, da sie nichts besitzen. Auch der Wundarzt Ritz aus Schmölz, schreibt im Jahre 1843 an das Patrimonialamt Schmölz, das weder die Gemeinde Johannisthal noch die Armenpflegekasse seine Finanziellen Forderungen erfüllen wollen. In diesen Brief heißt es: Ich wurde zu der Tochter der Witwe Wagner nach Johannisthal grufen. Die Tochter ist ganz fahl und ihre Mutter in einem halbverhungerten Zustande. Da durch Mangel aller Nahrungsmittel, Verdörrnis der Säfte eintreten, ist die Folge, dass sich bei der Tochter üble Geschwüre entwickelt haben. Schlechte Menschen haben die Krankheit als von Hexen besessen bezeichnet und der blutarmen Mutter vorgeworfen, sie soll gesagt haben, dass ihre Tochter verrecken soll oder sie werde sie ins Wasser werfen. Es ist meine Pflicht, diesen Umstand beim Freiherrlichen Patrimonialamt in Schmölz zur Anzeige zu bringen, um energisch einzuschreiten. Der Wundarzt Ritz fordert anschließend 30 Kreutzer für seine Bemühungen. Darauf wendet sich das Patrimonialamt an die Gemeinde Johannisthal, um in dieser Angelegenheit Abhilfe zu schaffen.

Pfarrer Gleußner berichtet immer wieder an das Landgericht Kronach von tödlich verlaufenden Typhusfällen:
„Im Hause Michael Bayerlein starben in einer Woche 3 Personen an Typhus“. Eine Barbara Herrmann erkrankte an „Nervenfieber“ und starb. Christian Treusch auf Nr. 12 war mit 28 Jahren „völlig lahm“.

Nach einer Liste der damaligen Zeit gehörten zu den Ärmsten in Johannisthal:
Christoph Treusch, Sophie Brunner, Margarete Sieg, Margarete Friedrich, Anna Oesterlein, Nikol Ritter, Margareta Bittruf, Johann Murrmann, Dorothea Murrmann, Konrad Fugmann, Johann Büttner, Kunigunda Treusch. Barbara Hempfling und Andreas Treusch. Diese Liste enthält den Grund für die Unterstützung, Alter, Hausnummer und der ausbezahlte Betrag. Protestanten wie Katholiken wurden gleicherweise betreut. Der im Jahre 1835 an Schlagfluß verstorbene Pater Ganolph Schnatta vermachte Johannisthal für die Freundschaft, „ die sie mir in meinem hier sein erwiesen, je 50 Gulden für die armen Schulkinder und 25 Gulden für die Hausarmen ohne Religionsunterschied“.

Aber auch schon damals gab es Personen, die den Behörden Schwierigkeiten bereiteten. Am 26. Juli 1834 trat der Armenpflegschaftsrat zusammen, um gegen die arbeitsscheuen Jugendlichen Jakob Ziegler und Georg Ziegler, Häfnergesellen, vorzugehen und die beim Patrimonialgericht in Schmölz anzuzeigen, da beide trotz Aufforderung, weder vor dem Armenrat in Johannisthal noch im Pfarramt Theisenort erschienen waren. Der Bürgermeister schrieb:
„Als Arbeitsscheu wurden ferner angezeigt: die ledige Anna Treusch, die ledige Margarete Beetz, Friedrich Wagner und Margareta Schrepfer.

Am 15.10.1837 erhielt der Armenrat ein Schreiben, dass sich in der Zwangsarbeitsanstalt Plassenburg ein Adam Wagner befinde. Das königliche Landgericht Kronach befiehlt, dass für diesen Wagner schleunigst ein Hemd anzuschaffen sei und an das Polizeikommissariat Plassenburg einzusenden ist.
Ein anderes Mal mussten für einen Johann Lattig, der in der Gegend von Mainleus verstorben war, die Beerdigungskosten überwiesen werden.

Trotz all dieser Not verstanden es die Johannisthaler damals schon ihre Feste zu feiern, vielleicht inniger und dankbarer als heute. Im vorigen Jahrhundert wurde vor allen die Kirchweih, wenn auch bescheiden, doch um so fröhlicher begannen. Mit Johannisthal feierten sechs Dörfer die Kirchweih: Fischbach, Höfles, Tauschendorf, Theisenort, Vogtendorf und Wötzelsdorf.

 

 
 
Seit jeher war Johannisthal beengt. Dort, wo die Häuser oder kleinen Gärten am Dorfrand endeten, endete auch die Flurgemarkung von Johannisthal. Die Grenze zwischen Theisenort und Johannisthal verläuft durch die Gastwirtschaft Theisenort, die Tankstelle an der Bundesstraße gehört ebenfalls der Nachbargemeinde. Das Gasthaus Hopf „Zur Einkehr“ an der Bundesstraße findet man bereits auf Neuseser Flurgemarkung. Die neue Schule, die Siedlung in Richtung Theisenort mit der evangelischen Kirche sowie ein Teil des Siedlungsgebietes am Wallweg befinden sich auf Theisenorter Grund und Boden.

1725 betrug die Einwohnerzahl etwa 50 und ist heute nahezu auf 1000 (1962) emporgeschnellt. Die Steigerung ist so groß, dass sie die um viele Jahrhunderte älteren Dörfer wie Theisenort, Schmölz, Tüschnitz, Au, Hummendorf weit überflügelte.

Bis zur Mitte der zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts besaß Johannisthal nur 7 ½ ha Grund und Boden, das ist die Feldfläche eines kleineren Bauern. 1925 kamen von der Gemeinde 30 Hektar hinzu, so dass die Gemeinde Johannisthal insgesamt über 37 ha verfügt. Das Korbmacherdorf zählt somit zu den dichtbesiedeltsten Gemeinden Deutschlands.
 
Die Alte Schulstraße
 

 
 
Allgemein glaubten die Bürger Johannisthals, erst seit 1901 eine eigene Schule zu besitzen, zumal ältere Einwohner heute noch von ihren oft beschwerlichen Schulweg nach Theisenort berichten können. Es stimmt, vor 1901 besuchten die katholischen Schüler die Schule in Theisenort, die evangelischen Kinder mussten Nach Küps zum Unterricht.

Kein Johannisthaler aber wusste- vor dem Vortrag des Verfassers dieser Ortsgeschichte-, dass sein Heimatort bereits im 19.Jahrhundert eine eigene Schule hatte. Gern oder ungern besuchten im Schuljahr 1834/35 65 Kinder aus Johannisthal die Werk- und Sonntagsschule im Nachbarort Theisenort. Von diesen Kindern existieren noch die Zeugnisse. Auf Drängen des Patrimonialrichters Höpfel zu Schmölz und des Schulinspektors, Pfarrer Braunersreuther (Theisenort), wurde von der Königlichen Regierung des Obermainkreises in Bayreuth am 4. September 1836 in Johannisthal eine Schule errichtet. Als Lehrer, damals Schulverwalter genannt, wurde Franz Martin bestellt. Er versah auch die Arbeit eines Gemeindeschreibers in Johannisthal. Lehrer Martin unterrichtete im Schuljahr 1836/37 38 Werktagsschüler, von denen jeder 1Gulden 36 Kr. (1 Gulden ca. 240 Pfennig) zu zahlen hatte. Außerdem betreute er 25 Sonntagsschüler, die 1 Gulden 48 Kr. je Kopf Schulgeld entrichten mussten.

Diese erste Schule in Johannisthal besuchten die katholischen Schulpflichtigen aus folgenden Orten:
Johannisthal, Thonberg, Hummendorf, Au, Küps, Oberlangenstadt, Nagel, Tüschnitz, Hummenberg, Eichenbühl, Bug, (Berg?) und Märessfeld (?).

Die Schule, in der großen Stube im Hause des Bäckers Vetter untergebracht, unterstand dem Patrimonialgericht in Schmölz und als untere Instanz der Lokalschulinspektion in Theisenort. Leider konnten sich die Johannisthaler nicht lange über ihre Schule freuen, denn schon vier Jahre später, im Jahre 1840 wurde die katholische Schule von Johannisthal nach Küps verlegt. Die Kinder aus Johannisthal mussten nun wieder nach Theisenort bzw. Küps zur Schule gehen. Schuld daran trug die unbeschreibliche Armut. Die junge Gemeinde konnte finanzielle die Lasten, die für die Schule zu bringen nötig gewesen wären, nicht tragen. So musste in den Wintermonaten öfters der Unterricht ausfallen, weil kein Brennmaterial zur Beheizung der Schulstube vorhanden war. Nicht einmal die Miete konnte aufgebracht werden. Lehrer Martin beklagt sich, dass sein Gehalt ein Hungerlohn sei, und die Kinder das Schulgeld nicht entrichten, so dass er ein jämmerliches Auskommen habe.

In einem Brief bittet die Königliche Lokalschulinspektion durch Pfarrer und Schulinspektor Braunersreuther das freiherrlich von Redwitz`sche Patrimonialamt in Schmölz um mehrere Klafter Holz, …..“weil sich die Kälte im Jahre 1836 zu schnell und streng eingestellt hat“. Lehrer Martin musste sich im Schulzimmer aufhalten, „weil die daran anstoßende Schlafkammer feucht und verstockt ist“
Ein anderes Mal richtet Pfr. Braunersreuther an das Königliche Landgericht in Kronach folgendes Schreiben: In der Schule Johannisthal sind gegenwärtig 39 Werk- und 27 Sonntagsschüler. Für den Lehrer reicht das Geld nicht mehr, weil das Schulgeld niedrig ist und viele nicht bezahlen wollen. Er bittet um einen Zuschuss, weil die Gemeindekasse so ziemlich leer ist.
Das Landgericht Kronach antwortet, dass die Gemeinde in Zukunft verpflichtet sei, von unzahlungsfähigen Kindern das Schulgeld einzusammeln und es dem Lehrer zu geben…..“. Im Juli 1837 gewährt die Kreisschuldotation einen Unterstützungsbeitrag für Mietzins der Schulstube im ersten Semester 12 Gulden und 30 Kr.

Auf die mehrmaligen Bittgesuche des Lehrers, des Pfarrers und des Patrimonialamtes und des Landgerichtes, dem Schulhalter Franz Martin eine Gehaltsergänzung zu gewähren, antwortet die Königliche Regierung von Oberfranken wie folgt: „Im Namen seiner Majestät des Königs ergeht an das Königliche Rentamt in Kronach folgende Verfügung: Das Rentamt wird hierdurch ermächtigt, dem Schulverweser Franz Martin in Johannisthal aus der Kreisschuldotation zur Ergänzung seines Gehaltes von 150 Gulden, nachdem das Werk- und Feiertagsschulgeld nachgewiesenermaßen nur 67,12 Gulden beträgt, erforderlichen Zuschuss von 82 Gulden 48 Kreuzer pro 1838/39 in Quartal-Raten gegen Quittung, welche die königliche Schulinspektion Theisenort mit dem Zeugnisse vollzogener Funktion zu versehen hat, zu geben und gehörig zu verrechnen.“

Auf der Quittung steht folgender Satz: „Die bewilligten Mittel wurden vom königlichen Rentamt richtig und brav ausgezahlt“. Später sucht man wieder um Unterstützung nach. Doch erfolgte diesmal eine Ablehnung, nachdem sich die Kinderzahl vermindert hätte. Das Schreiben von der Königlichen Regierung von Oberfranken, Kammer des Innern, ist von Freiherrn von Andrian unterschrieben.

Lehrer Martin hatte mit einigen Schülern seine liebe Not. Weil der Schüler Georg Peter Deuerling, Flößersohn aus Au, nicht zur Schule kam, musste die Gendarmerie einschreiten. Der Vater wurde 48 Stunden bei Wasser und Brot eingesperrt. Auch der Mutter wurden 8 Tage Haft angedroht. Das erzbischöfliche Ordinariat wurde eingeschaltet. Der Vater wendet sich sogar an das Staatsministerium. Weil er nicht Recht bekam, wurde der Junge protestantisch (1838).

In einem anderen Brief schreibt Martin: „Die drei Schäferschen Kinder aus Thonberg sind die ärmsten, besuchen aber am fleißigsten die Schule in Johannisthal. Weil sie nur ein Hemd und Beinkleid anhaben, bitte ich untertänigst um Unterstützung für diese Kinder, vor allem Schuhe und Kleider für den Winter. Auch Schulhefte fehlen". Beim Pfarrer beschwert sich Lehrer Martin über seinen Kollegen Marsching in Theisenort, weil dieser die Singschüler zu der Zeit arretiert, wenn Martin Singstunde ansetzte. Eine weitere Beschwerde lautet: Ludwig Böhm aus Nagel ist ein für menschliche Gesellschaft durchaus unbrauchbares Subjekt. Der Vater hält den Knaben zum Betteln an. Der Hummendorfer Johann Backert geht nicht zur Feiertagsschule, ist beim Schuster Heinrich Herrmann in Küps in der Lehre und verspottet die Schule. Der Werktagsschüler Josef Hanft aus Hummenberg kommt nicht zur Schule. Er hat drei Jahre kein Schulgeld gezahlt. Wie schon erwähnt, wurde diese erste Schule in Johannisthal 1840 aufgelassen und nach Küps verlegt. Aber auch dort gab es große Schwierigkeiten in finanzieller Hinsicht. Die Johannisthaler Kinder mussten noch 61 Jahre in fremde Orte zur Schule gehen. Erst im Jahre 1901 erbaute man das Schulhaus. Wieder sollten 61 Jahre vergehen, bis Johannisthal das heutige Schulhaus erhielt.

 
1901 erhält Johannisthal ein eigenes Schulhaus
 
Das alte Schulhaus um 1913. Es steht heute noch in Johannisthal!
 
Schülerzahlen der Kath. Schule in Theisenort (Werktagsschüler):
 
Schuljahr insgesamt davon aus Johannisthal
1892/93 104 59
1895/96 111 65
1896/97 121 75
 

Im Jahre 1899 kamen 2/3 aller Schüler der einklassigen Schule in Theisenort aus Johannisthal. Schon seit 1887 gab es Abteilungsunterricht.

Im Jahre 1896 wurden eifrige Verhandlungen geführt, entweder eine zweite Schulstelle in Theisenort zu schaffen oder eine eigene Schule in Johannisthal zu bauen. Die Schulbehörde in Kronach hegte wegen der finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinde Johannisthal starke Bedenken. Theisenort wollte keinen Anbau, weil es auch dort finanziell nicht rosig aussah. Zu erregten Diskussionen kam es in einer Bürgerversammlung in Johannisthal. Pfarrer Rothlauf plädierte für eine Vergrößerung der Theisenorter Schule und Schaffung einer zweiten Lehrerstelle. Seine Begründung: Die Schule soll am Pfarrsitz verbleiben, da sonst die Gottesdienste nicht besucht werden, wie sich dies bei der Ausschulung der Küpser und Thonberger Schüler bereits gezeigt hatte. Johannisthal könne eine eigene Schule finanziell nicht verkraften, es fehle an Grund und Boden, und der Religionsunterricht würde erschwert. Er verwies auf die „bekannte Leichtlebigkeit der Bevölkerung in Johannisthal“ hin. Als sich das 18. Jahrhundert seinen ende neigte, rückte der Plan, in Johannisthal eine eigene Schule zu bauen, immer näher.
„Wenn schon eine neue Schule in Johannisthal gebaut wird, dann auch eine Kapelle, um den Schulgottesdienst abhalten zu können“, verlangt Pfr. Rothlauf. Er sprach auch vom „recht wünschenswertem Verlegen des Pfarrsitzes nach Johannisthal“.

In Bezirksamtmann (Landrat) Degen, hatten die Johannisthaler einen großen Fürsprecher gefunden. Vom Graf Egloffstein, Schmölz, wurde ein Bauplatz zu Verfügung gestellt. Der Kostenvoranschlag für den Schulhausneubau wurde in einer Kronacher Zeitung am 12. Mai 1900 mit 16.700.- Mark ausgeschrieben.

Am Dienstag, 21. August 1900 Nachmittag um halb 5 Uhr fand die Grundsteinlegung statt. Pfarrer Rothlauf berichtete über diese Feier sehr ausführlich. Am 4. Februar 1901 an einem Montagnachmittag ab halb 2 Uhr erfolgte die Einweihung und die Übergabe des neu erbauten Schulhauses in Johannisthal. Auch dieses Ereignis hatte der Geistliche aus Theisenort zu Papier gebracht.

Als erster Lehrer (Schulverweser) an der Schule in Johannisthal wirkte Josef Weber, geboren 1869 in Geigant (Oberpfalz). Die Schülerzahlen wuchsen in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts enorm an. Im Jahre 1905 zählte die einklassige Schule in Johannisthal bereits 105 Werktagsschüler. Der Gemeindeausschuss vergab in einer Sitzung am 28.01.1908 die Arbeiten für den Schulhaus-Erweiterungsbau. So wurde die Schule im Schuljahr 1908/09 zweiklassig.

Folgende Lehrer unterrichteten von 1901 – 1962 in Johannisthal (soweit bekannt):
Josef Weber (1901 – 1907, Pankraz Schauer (1907), Mähringer Wirth, Schneider, Förtsch (1921), Löhr (1925), Letsch, Bosch, Ament, Dünkel, Groh, Morgenroth, Hermann Bolt, Schimon, Georg Felsecker, Wolf, Kestel, Max Pittroff, Gustav Maier (1947- 1962), Hans Rußnak (1954 – 1962), Georg Then (1934 - 1965).

 
Schulklasse aus dem Jahre 1929

 
 
Der Mittelpunkt des Ortes war stets und ist heute noch der Dorfplatz, von der Bevölkerung „Wirtshof“ genannt. Die Dorfstrasse verbreitert sich und überbrückt zweimal den Krebsbach. Es gab eine Zeit, da konnte man dort vier Gasthäuser zählen: Horther, Hofbräu, Günther und Hofmann. Vier Straßen münden in den Wirtshof. In alter Zeit herrschte hier noch reger Durchgangsverkehr, als die Hauptstrasse (heute Bundesstraße 173) von Küps nach Kronach durch Johannisthal. Vom Wirtshof zweigte auch damals auch die wichtige Straße in Richtung Theisenort, Schmölz, Beikheim ab. Die Hauptstraße aus Richtung Küps überquerte einst am Bahnwärterhäuschen die damals beschrankte Eisenbahnlinie. Später wurde die Bahnstrecke einige hundert Meter weiter nördlich überbrückt die Schranken am Bahnwärterhaus verschwanden. Infolge des immer größeren werdenden Verkehrs entschloss sich die Behörde, Johannisthal ganz zu umgehen.
 
 

Zu erwähnen sei noch, dass eine Mittelalterliche Handelstraße von Burgkunstadt via Ebneth, Küps nach Au führte, dann die Rodach eine Fuhrt überquerte und über Johannisthal bzw. Kleppermühle, Kuhberg, Ziegelerden nach Kronach ging. Reste der Rodachfurt zwischen Au und Johannisthal sind heute noch zu sehen.

Bereits 1770 wird die heutige Gastwirtschaft Horther als Raststätte für durchziehende Fuhr- und Handelsleute erwähnt, die häufig hier ihre Zugtiere tränkten, fütterten und eine kleine Ruhepause gönnten. Ein Teil des Dorfplatzes gehörte zum Anwesen der Wirtschaft. Im Hof davor befand sich ein kleiner Weiher, der mit mächtigen Balken und Stämmen eingefasst war. Bei Erdarbeiten für den Wasserleitungsbau im Jahre 1961 traten diese Balken und Stämme in Tiefe von zwei Metern zu Tage. Eisenringe am Haus verrieten die Anlegestellen für die Tiere und das Vorhandensein von Futterkrippen.

Der Andrang der hier rastenden Fuhrleute muss groß gewesen sein, denn 1820 finden wir unmittelbar daneben eine weitere Wirtschaft, das spätere Gasthaus Günther. Sehenswert ist das Wappen der ehemaligen Gastwirts und Bäckersfamilie Günther. In der Nachbarschaft dieses Gasthauses, im Gärtlein des „Hannesschorsch“, befand sich ein Gemeindebrunnen. Hier holten die alten Johannisthaler ihr köstliches Nass. Im Jahre 1906 hatte der Dorfbrunnen ausgedient, denn unter Bürgermeister Karl Müller baute sich Johannisthal eine Wasserleitung, die erste neuzeitliche Wasserversorgung in der Umgebung. Im Zuge des Wasserleitungsbaues von 1904 – 1906 entstand am Dorfplatz der steinerne Brunnen. Über ihn wölbt sich die mächtige Baumkrone der über 200 Jahre alten Linde. Viel bewundert wird am Krebsbach das Kruzifix, das aus einem einzigen Sandstein gehauen ist (wahrscheinlich um 1875). Glücklicherweise erfuhr es vor einigen Jahren durch die Initiative von Bürgermeister Heinrich Höfner eine gründliche Renovierung.

Das wohl älteste Denkmal Johannistahls aber finden wir an einem ganz und gar ungünstigen Ort. Es ist ein Steindenkmal, das den hl. Johannes von Nepomuk darstellt. Es fristet im Garten des ehemaligen Bürgermeister Max Büttner ein trauriges Dasein. 1957 stellte der damalige Lehrer in Johannisthal Hans Rußnak, an den Gemeinderat den Antrag, dieses Steinmal renovieren und an einen würdigeren Ort aufstellen zu lassen. Vergeblich ! Dieser Johannes, zum Gedenken an den Gründer des Dorfes geschaffen und Schutzheiliger an Brücken, stand einst in der Nähe der Kleppermühle, am Eingang von Johannisthal, dort, wo die Straßenbrücke über den Krebsbach führte.
Man muß wissen, das früher der Krebsbach, nachdem er die Kleppermühle verlassen hatte, nicht wie heute den Lauf durch das Dorf nahm, sondern zwischen Tankstelle und Gärtnerei Bauer dahinplätscherte und oberhalb des jetzigen Sportplatzes in einem Nebenarm (heute Altungen) der Rodach mündete. Als man dann dem Krebsbach sein heutiges Bett grub, verschwand mit der Brücke auch das Steindenkmal des Johannes von Nepomuk. Später ließen die Johannisthaler ein Johannes- Ersatzdenkmal errichten und stellten es an einen wenig günstigen Ort, an der südöstlichen Häuserfront des Dorfplatzes.

 

 
 
Was wäre heute eine aufstrebende Gemeinde wie Johannisthal ohne diese Institutionen? Mag sein, dass es da und dort zu Meinungsverschiedenheiten, ja oft zu erbitterten Fehden zwischen dieser oder jener Interessengruppe kommt, jede will – allerdings auf verschiedenem Wege – zu einem gutem Ziel gelangen.
Die Aktivität der einen Gruppe befruchtet die andere und spornt an. Die Pflege demokratischer Gepflogenheiten bei Versammlungen und Zusammenkünfte in den Vereinen, Verbänden, Parteien und Clup´s, wird also auf untere Ebene geübt und praktiziert. Dankbar sollte man all jenen Männer und Frauen sein, die sich manchmal jahrelang als Führungskräfte in dieser oder jener Ortsgemeinschaft zur Verfügung stellen und auch all zu oft Angriffen, ja Feindseligkeiten ausgesetzt wissen. Erbringen die Anstrengungen dieser Idealisten Früchte und stellen sich Erfolge ein, dann bleibt auch die Freude um diese Mühe nicht aus.

Aus der Not der damaligen Zeit geboren, bildete sich schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der „Verein für die Armenpflege“ (darüber ist an anderer Stelle ausführlich berichtet). Über seine Tätigkeit wird noch zu Beginn dieses Jahrhundert erzählt.

 
Der älteste und noch heute aktive Verein ist der
 
 
 
Voller Stolz gedenkt der
Gesangsverein „Liederkranz Johannisthal 1895 derer,
die den Verein vor 100 Jahren gegründet haben!
Mit dieser Vereinsgründung haben unsere Ahnen den Grundstein für den Chorgesang in Johannisthal gelegt.
In den vergangenen 100 Jahren hat sich unser Gesangsverein zu einem festen Glied in der Sängergemeinschaft und zum Bewahrer des deutschen Liedgutes entwickelt. Wir danken all denen, die dazu beigetragen haben.
 
Anno 1895
 
Unter dem Motto „In Freud und Leid zum Lied bereit“ haben sich am 17. Juni 1895 in der Gastwirtschaft Horther 18 Männer zusammengefunden, um den Gesangsverein „Liederkranz“ Johannisthal zu gründen. Johannisthal zählte damals 434 Einwohner, die in etwa 50 Häuser lebten. Der „Liederkranz“ ist der älteste Verein im Ort, der auch heute noch aktiv ist.

Vor der Vereinsgründung hatten die sangesfreudigen Johannisthäler schlechte Voraussetzungen für den gemeinsamen Chorgesang, denn zur Zeit der schulischen Entwicklung – von 1836 bis 1840 – beschwerte sich Lehrer Martin in einem Brief beim Bischof von Bamberg über den Theisenorter Pfarrer Marsching, weil dieser seine Schüler nicht zum Gesangsunterricht gehen ließ. Die nachfolgenden Pfarrer waren in dieser Beziehung toleranter und so haben auch die Johannisthaler Kinder das Singen gelernt. Es verging allerdings etwas Zeit, bis sie ins richtige Alter kamen und den Gedanken fassten, gemeinsam im Chor zu singen.

Hauptinitiator der Vereinsgründung war Jakob Bärenz, der in der Gründungsversammlung auch zum 1. Vorsitzenden gewählt wurde.

Die Gründungsmitglieder waren:
Jakob Bärenz, Michael Bärenz, Babtist Bittruf, Heinrich Bittruf, Johann Bittruf sen., Johann Bittruf jun., Andreas Büttner, Johann Büttner, Georg Filli, Heinrich Höfner sen., Paulus Höfner, Heinrich Murrmann, Adam Schneider, Heinrich Stumpf und Adam Süßmann.


Von 1933 bis 1947 waren die Aktivitäten des Vereins bis auf die Eigentliche Existenz eingestellt. Nach dem Neuanfang erlebte der Chor in den 50er Jahren mit etwa 40 aktiven Sängern seine Blütezeit und errang bei den damaligen Preissingen viele Ehrenpreise und Pokale. Neben der Teilnahme an vielen Sängerfesten anderer Gesangsvereine in der näheren und weiteren Umgebung, richtete der „Liederkranz“ Johannisthal selbst zwei Sängerfeste aus. Das waren die Feiern zum 60jährigen Bestehen im Jahre 1955 und zum 70jährigen Jubiläum mit Fahnenweihe im Jahre 1965.

Auch in der Dorfgemeinschaft und an kirchlichen Festtagen hat der Chorgesang in Johannisthal seinen festen Platz. Bei örtlichen Vereinsjubiläen und Veranstaltungen trägt der „Liederkranz“ Johannsithal dazu bei, mit Chorgesang dem Fest einen würdigen und musikalischen Rahmen zu verleihen.

Ständchen und musikalische Glückwünsche zu Geburtstagen oder Jubelhochzeiten sind für den Chor Ehrensache. Verstorbene Sänger oder Mitgliedern gab der „Liederkranz“ das letzte Geleit.

Ein Höhepunkt im Vereinsleben war die Teilnahme bei Studioaufnahmen für die Gemeinschafts-CD „Musik verbindet“ in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Küps und den Bayerischen Rundfunk im Jahre 1994.

 
Die Verleihung der „Zelter Plakette“ im Jubiläumsjahr 1995 stellt den Höhepunkt seit Gründung des Vereins dar.
Mit dieser Auszeichnung wird das gesamte Wirken und Schaffen der vergangenen 100 Jahre durch den Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland gewürdigt.

Der GV „Liederkranz“ Johannisthal 1895 wurde seit seiner Gründung von folgenden Vorständen geführt:
Jakob Bärenz (1895 – 1930)
Konrad Höfner (1930 – 1933)
Konrad Probst (1933 – 1950)
Dr. Walter Klehr (1950 – 1959)
Hans Fili (1959 –1973)
Josef Heil (1973 – 1980)
Ernst Müller (1980 – 1988)
Wolfgang Himmel (1988 – 1992)
Michael Bauer (seit 1992)

Die Chorleiter waren:

Michael Bärenz (1895 – 1905)
Michael Haderlein (1905 – 1920)
Karl Schubert (1920 – 1922)
Lothar Löffler (1922 – 1927)
Lehrer Dünkel (1927 – 1930)
Lehrer Schneider (1930 – 1931)
Lehrer Bosch (1931 – 1947)
Karl Höfner (1947 – 1950)
Oberlehrer Karl Schlund (1951 – 1983)
Michael Bauer (seit 1983)
Von 1951 bis 1983 führte der Theisenorter Oberlehrer Karl Schlund den „Liederkranz“ Johannisthal als Chorleiter. Sein Verdienst ist, dass der Chor über die Jahre hinweg fortbestehen konnte.
„Es war ein langer Weg, den der Gesangsverein „Liederkranz“ Johannisthal von seiner Gründung bis zu seinem 100jährigen Jubiläum zurückgelegt hat.
Er führte über Höhen und Tiefen, Freud und Leid waren seine Begleiter“.

Auch in Zukunft wird es nicht anders sein!!
Wesentlich ist nur, dass sich immer wieder Menschen finden, die sich aus Idealismus und Begeisterung mit ganzer Kraft für den Chorgesang einsetzen!

 
 
 
 

 
 
Das Katholische Werkvolk, die Nachfolgeorganisation des Katholischen Arbeitervereins wurden am 21. Mai 1903 (Himmelsfahrtstag) gegründet.

Die erste Vorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen:
1. Vorstand Bürgermeister Karl Müller, Präses Pfarrer Rothlauf, Kassier Anton Drechsler, Schriftführer Lehrer Josef Weber.

1909: Fahnenweihe (Patenverein in Redwitz),
1913: Bau des Hofbräu-Saales. Hier wurde vom Kath. Arbeiterverein zum
ersten Mal in Johannisthal Theater gespielt.
1919: Der Verein bestand nur noch aus 10 Mitgliedern.
1937: Der Verein wurde von den Nationalsozialisten verboten und bestand
nur noch als kirchlicher Verein weiter. Öffentlich durfte er nicht mehr
auftreten, die Vorstandschaft wurde aufgelöst. Sieben Mitglieder waren
in Schutzhaft.
1954: Wiedergründung und Umbenennung in Katholisches Werkvolk Johannisthal.
Mitgliederstand im Jahre 1961 50 Männer.

Über die wechselvolle Geschichte dieses verdienten Vereins gibt es eine vereinseigene Chronik wertvolle Auskünfte.
 

 
Am Gründonnerstag, 1 Mai 1919 wird im Gasthaus Horther die
 
 
gegründet. Durch den Arbeiter und Sozialdemokraten kamen 1919 aus der Gruppe der Antimilitaristen in die SPD die Initiatoren Emil Sieg (nach dem 2. Weltkrieg Landrat des Landkreises Kronach), Karl Doppel und Karl Höfner.
Vorsitzende: Emil Sieg von 1919 – 1925, Heinrich Höfner (Bürgermeister) von 1925 – 1933, Verbot von 1933 – 1945, Emil Sieg von 1945 – 1947, Ludwig Höfner von 1947 – 1949, Karl Höfner von 1949 – 1952, Karl Schedel von 1952 – 1957, Heinrich Höfner von (Bgm.) 1957 – 1961, Bernhard Höfner von 1961 - ?

In den zwanziger Jahren zählte die SPD in Johannisthal keine 20 Mitglieder, 1962 fast 90.
1922 wird aus Spenden (Körbe werden gemacht und verkauft) eine Fahne angeschafft. 1930 eine Bühne gekauft. 1933 werden mehrere Mitglieder in Haft genommen.

SPD – Bürgermeister in Johannisthal: Lorenz Höfner von 1919 - ?
Max Büttner von 1946 – 1959, Heinrich Höfner von 1959 - ?.
 

 
 
Von England gelangte der Fußballsport nach Deutschland. Michael Höfner und andere, die nach dem 1. Weltkrieg aus England kamen und dort diesen Sport kennen lernten, machen das Fußballspielen in Johannisthal populär.

Im Jahre 1920 wurde im Gasthaus Hofmann (Töpfer) der FC Pfeil Johannisthal aus der Taufe gehoben. Er galt als bürgerlicher Verein.
 
 
 
1. Vorstand bei der Gründung 1920 war Karl Höfner. Die erste Spielkleidung war „lila-weiß“ und seit der Umbenennung zum VfR blieben die Vereinsfarben Rot-Schwarz. Das erste Spiel wurde auswärts ausgetragen (Schmölz oder Oberlangenstadt) und hatte folgende Aufstellung:

Heinrich Braun, Georg Schrepfer, Georg Höfner, Karl Treusch, Hans Hofmann, Hans Richter, Georg Haderlein, August Haderlein, Georg Deuerling, Hans Höfner.

Kurz nach der Inflation gab es weder einen „Bürgerlichen“ noch einen „Arbeiterverein“. Aus Mitgliedern und Aktiven bildeten sich der „Rasensportverein Johannisthal“, ab 1937 hieß er VfR (Verein für Rasenspiele) Johannisthal 1920.

Häufig wechselte die Sportplatzanlage: Platz wo heute die Gärtnerei Bauer ist, südlich des Lehrerwohnhauses, dreimal zwischen Eisenbahn und Rodach.

Vor und nach dem 2. Weltkrieg zählte der VfR Johannisthal zu den besten Mannschaften Oberfrankens. Kein anderer Verein hat Johannisthal in Oberfranken und darüber hinaus so bekannt gemacht wie der VfR.

Mit dem Pferdewagen fuhr man zu den Auswärtsspielen nach Brugkunstadt, Marktgraitz, Neuses, Kulmbach, Schwürbitz, Unterrodach und Kronach. Johannisthal spielte 1924/25 in der damaligen A-Klasse Frankenwaldgau. Im Spieljahr 1925/26 stiegen Küps und Oberlangenstadt zu dieser Liga auf. Kronach errang die Meisterschaft. Am 7. Oktober 1928 wurde der Kronacher Hammermühl-Sportplatz mit dem Verbandsspiel Johannisthal-Kronach eröffnet. Johannisthal siegte 1:3 und wurde in diesem Jahr Gaumeister der A-Klasse.

Der Aufstieg in die Kreisklasse Unterfranken wurde gegen namhafte Gegner wie den VfR Schweinfurt und Kitzingen nur knapp verfehlt. Beim Spiel gegen Schweinfurt schoss die „Köhler Sophie“ das dritte Tor, so dass der „Kampf“ 3:3 endete. Im Tor stand Karl Treusch (Weißer), der spätere 2. Vorsitzender. Im Spieljahr 1929/30 waren folgende Mannschaften in der A-Klasse Frankenwaldgau: FC Kronach, Johannisthal, Küps, Mainleus, Neuses, Schney, Schwürbitz, Steinwiesen, Wallenfels und Weidhausen.

In den nächsten Jahren entwickelte sich das Korbmacherdorf Johannisthal zur Fußballhochburg. Es wurden Spiele gegen Schweinfurt, Kitzingen, Hof, Sonneberg, Saalfeld und Weimar ausgetragen.

Während des Zweiten Weltkrieges kam der Fußballsport fast völlig zum Erliegen. Ab 1946 nannte sich der Fußballverein VfR- Johannisthal.

Ein Aufwärtstrend setzte sich mit der Währungsreform fort, obwohl es große Schwierigkeiten hinsichtlich der Beschaffung von Fußballschuhen und Trikots gab. Auch die Sportplatzfrage und Trainingsmöglichkeiten blieben immer Problembereiche des Vereins.

1949/50 spielte Johannisthal in der A-Klasse Frankenwald. 1952 stieg der VfR mit Marktgraitz und Sassanfahrt in die II. Amateurliga Oberfranken-West auf. Hatte man das erste Jahr in dieser Spielklasse noch gut überstanden, so fand sich zur Jahresmitte 1953/54 auf dem letzten Tabellenplatz wieder. Auf der Jahreshauptversammlung am 29.1.1954 sah der 1. Vorstand Max Büttner I. (Wiesa-Max) die Gründe für den sportlichen Misserfolg den „Spielersperren und sinkender Spielmoral“ durch die das Spielniveau erheblich gesunken war. Die Aussprache muss wohl ziemlich deutlich gewesen sein, denn der Protokolleintrag endete um 0.30 Uhr, so dass die Wahl des Spielleiters verschoben werden musste.

In der nächsten Sitzung wurde Lorenz Stumpf zum Spielführer und Hans Hofmann zum Spielleiter gewählt, Max Büttner I. zum Ehrenvorsitzenden ernannt. „Zur Hebung der Spielmoral und zur Verringerung der Sperren“ wurde der Kauf von 5 Stück Fußballregeln genehmigt, 100 VfR-Abzeichen bestellt und das Vereinszimmer sollte würdig ausgestaltet werden.

1954 spendete die Brauerei Püls 100 DM für ein Fußballtrikot. Trotz dieser Aktivitäten musste die erste Mannschaft zum Saisonende 1953/54 in die A-Klasse absteigen. Doch zur Kirchweih im Juli 1954 war man wieder voller Tatendrang und organisierte ein zugkräftiges Spiel gegen den Landesligisten ATS Kulmbach. Folgende Konditionen mussten erfüllt werden: Für 13 Mann Übernachtung, 1 Abendessen und ein Mittagessen sowie 5 Mark je Spieler und zwei Begleitpersonen zuzüglich Fahrtkosten. Die Mannschaft von Johannisthal sollte durch Spieler vom FC Kronach, TSV Küps und durch den SV Neuses verstärkt werden. Gleichzeitig wurden für drei Tage die 7 Musikanten der Kapelle „Kleeblatt“ für 270 DM bestellt. Solche Spiele wurden auch noch später zusammen mit den Nachbarvereinen organisiert und meist von mehr als 100 Zuschauern durchgeführt.

In den folgenden Jahren steigerte sich die 1. Mannschaft. Der Sturm auch damals schon ein Paradestück der Mannschaft, die mit fünf offensiven Kräften spielte, hatte 1954 89 Tore erzielt, aber die überlastete Abwehr 123 Tore erhalten, (einschließlich Freundschaftsspiele). In den Verbandsspielen am Ende der Saison 1954/55 konnte bei einen Torverhältnis von 55:63 Toren in der A-Klasse unter 12 Mannschaften nur der 10. Platz erreicht werden. Im Spieljahr 1955/56 stabilisierte sich die Leistung der Mannschaft, sie erreichte ein Torverhältnis von 86:83 und mit guter Disziplin nur eine Hinausstellung den 4. Tabellenplatz in der A-Klasse. Gegenüber den beiden Vorjahren mit 9 bzw. 3 Hinausstellungen eine gewaltige Besserung.

Lorenz Stumpf wurde mit 30 Treffern Torschützenkönig. Im Spieljahr 1956/57 erbrachte der Sturm die gleiche Leistung, die Abwehr war mit 45 Gegentreffern weitaus sicherer geworden. Die Mannschaft führte 10 Wochen die Tabelle an, errang die Herbstmeisterschaft und belegte am Saisonende einen 3. Platz. Hatte man im Auftaktspiel gegen Theisenort noch 7:2 gewonnen, so wurde im Rückspiel ein VfR-Spieler kurz vor Schluss beim Spielstand von 1:0 des Feldes verwiesen. Darauf „kochte die Volksseele“, der Platz gestürmt und zwei weitere Spieler gesperrt. Im Protokoll steht: „Moral und Schlagkraft der Mannschaft waren somit gebrochen“

 
 
Zum Auftakt der Saison 1958/59 erreichte der VfR vor 600 Zuschauern gegen die Amateure des VfL Neustadt ein verdientes 5: 5. Im zweiten Spiel wurde der Favorit und späterer Meister TSV Küps mit 5:1 besiegt (auch das Rückspiel wurde gewonnen). Aber schon im Spiel gegen die Flößer aus Wallenfels zeigten sich die Höhen und Tiefen dieser Saison, als der VfR mit 8:1 unterging. Am 7.9. wurde in Sassanfahrt 3:10 verloren, gegen Pressig 5:3 gewonnen. Am 21.12.58 verliert Johannisthal in Neustadt 9:2 und eine Woche später in Sassanfahrt 5:1. Trotz der z.T. vernichtenden Niederlagen steht die Mannschaft nach der Vorrunde auf dem 11. Platz. Am Ende der Saison wird der 7. Platz mit 73:95 Toren und 30:30 Punkten erreicht. Auch die Reserve belegte einen 7. Platz. Der sportliche Erfolg zeigte sich auch im Besuch der Jahreshauptversammlung, als im Januar 1959 in der Gastwirtschaft Hofmann 114 Mitglieder anwesend waren.

Auch die Saison 1959/60 begann Erfolg versprechend. Gegen den FC Kronach wurde 3:1 gewonnen, Küps 2:1 besiegt, die Hinrunde ohne Heimniederlage überstanden. Am Ende der Saison belegte die Mannschaft den 8. Platz mit 76:79 Toren und einen Punkteverhältnis von 31:29. Kein Spieler wurde gesperrt. Die Mannschaft hatte sich in dieser Klasse etabliert.

Auswahlspieler Krug und Richter
Die Leistungen der Mannschaft fanden auch in Oberfranken Beachtung, als Fred Krug und Christof Richter 1960 in die Bezirksauswahl berufen wurden, in der so bekannte Spieler wie Schmidt, Böhm und Schedel (Sultan) (Neuses) und Büttner (Küps) mitwirkten.

Auf der Jahresversammlung 1961 berichten 1. Vorstand Max Büttner und Spielleiter Karl Schedel über die 1. Mannschaft, die in der Tabelle mit 20:16 Punkten dasteht. Der Start in die Saison 60/61 begann sehr gut. Gegen Marktgraitz wurde gewonnen, im nächsten Heimspiel gegen Hallstadt 7:1 gesiegt. Die Tiefschläge folgten, als der VfR gegen Wallenfels 10:2, in Steinwiesen 7:0, in Burgkunstadt 10:3 verlor und gegen den Tabellenführer Neuses mit viel „Schusspech“ 0:6 unterging. Erste Anzeichen von Unruhe machten sich im Verein breit, „es ging einigen wohl darum, Unruhe zu stiften“. Die Rückrunde begann erfolgreich. Gegen Wallenfels konnte mit 4:2 gewonnen werden, anschließend gegen Grub 8:0 verloren. Ein Handball-Ergebnis in Gaustadt 6:6 erzielt, das Rückrundenspiel gegen Neuses 10:0 verloren. Gegen Küps war man wieder stark motiviert und gewann als Tabellenletzter 3:1. Nach drei Jahren in der II. Amateurliga musste der VfR 1961 in die A-Klasse absteigen. „In der Hintermannschaft klappte wenig“, 74 Treffer wurden erzielt und 133 Tore erhalten „Training und Zusammenkünfte waren schlecht besucht“. Ein ständiger Begleiter in dieser Spielserie war auch eine Portion Pech, vor allem Verletzungspech. Auch die Reserve fand sich am Ende der Tabelle wieder. Die Gründe sah die Vorstandschaft darin: „In den letzten drei Jahren hat kein Spielleiter die Reserve bis zum Ende des Geschäftsjahres geführt, alle dankten vorzeitig ab.“

 
 
Lehrer Rußnak führt in seinen Rückblick folgendes aus: 3 Spieler gesperrt, 223 Tore geschossen, 307 erhalten. Christof Richter der in den drei Jahren nur in einem Spiel fehlte, erzielte mit 66 Toren die meisten Treffer, gefolgt von Gerhard Treusch mit 42 und Lorenz Stumpf mit 36 Toren. Die Jugend und Schülermannschaft hatte 1961 gute bis befriedigende Erfolge. „Leider fehlt es an Nachwuchs, man bringt kaum elf Pässe zusammen“. Trotzdem wurde die Jugend Pokalmeister der Gruppe B.
 
 
Der Abstieg aus der II. Amateurliga brachte einige Unruhe in den Verein. Auf der Mitgliederversammlung am 13.07.61 bei den nur 26 Mitgliedern anwesend waren, setzte man sich als neues Ziel, ein gutes Abschneiden in der
A-Klasse. Bruno Höfner übernimmt die Aufgaben des zurückgetretenen Platzwarts. Verschiedene Spieler beanstanden, dass für 1961/62 keine Reservemannschaft gemeldet wurde.

Die Gründe der Vorstandschaft: Finanzielle Belastung, unsportliches Verhalten im letzten Jahr, Rücktritt des Spielleiters und mangelndes Interesse der Spieler. Einige Spieler wollen dennoch bemühen, eine Reservemannschaft auf die Beine zu stellen.

Auf der Jahresversammlung am 06.01.1962 stellte sich der langjährige 1. Vorsitzende Max Büttner nicht mehr zur Wahl. Zum 1. Vorsitzenden wurde Alois Schneider gewählt. Diese neue Führung blieb nicht lange im Amt. Nach einer Amtsniederlage im Ausschuss tritt der 1. Vorsitzender am 10.02.1962 zurück. Am 26.01.1962 lehnte Lehrer Rußnak ab, die erste Mannschaft weiter zu Trainieren.

Am 4. März 1962 musste eine außerordentliche Mitgliederversammlung abgehalten werden, bei der, der 2. Vorsitzende Karl Treusch zum 1. Vorstand berufen wurde und Hans Hofmann den 2. Vorsitz übernahm. Die Krise verschärfte sich. Der neue Trainer war zurück getreten, ohne eine einzige Übungsstunde abgehalten zu haben. Da auch der am 6.1.62 gewählte Spielleiter der 1. Mannschaft und Schülerleiter bereits nach einigen Wochen seine Ämter aufgab, mussten diese Posten neu besetzt werden. Nur die Funktion des Schülerleiters konnte durch Kurt Eckert besetzt werden. Nach dem Abstieg aus der Amateurliga belegte die erste Mannschaft in der Serie 1961/62 einen enttäuschenden 11. Platz. Auf der Ausschusssitzung am 20.10.62 teilte 1. Vorstand Karl Treusch mit, dass der Spielbetrieb unter mangelndem Interesse verschiedener Spieler leide. Es wurde erstmals die Frage aufgeworfen, ob man unter derartigen Umständen noch Spiele soll und es nicht besser wäre, „die erste Mannschaft zurückzuziehen“. Es sollte endlich ein neuer Spielleiter gefunden werden. Schedel nahm dieses Amt „versuchsweise“ an. Durch die Versetzung von Lehrer Rußnak nach Hochstadt war auch der Schriftführer neu zu besetzen, Ehrenmitglied Max Büttner übernahm dies bis zur nächsten Jahresversammlung.

Wichtigster Punkt auf der Tagesordnung der Ausschusssitzung am 20.11.62 war: „Zurückziehung der ersten Mannschaft“. Es mussten verschiedene Verbandspiele mit 9 bzw. 10 Mann bestritten werden. Karl Schedel war nicht mehr gewillt, wegen des schlechten Trainingsbesuchs dieses Amt weiterzuführen. Es bestand die Gefahr, dass der Platz dem Verein von Gemeinde gekündigt wird. Ehrenmitglied Max Büttner appellierte an die Mannschaft die noch ausstehenden drei Spiele durchzustehen. Auf der gut besuchten Generalversammlung am 06.01.1963 teilte 1. Vorsitzender Karl Treusch den Mitgliedern mit, dass große Schwierigkeiten bestehen, einen Spielbetrieb der 1. Mannschaft aufrecht zu halten. Es wurde angeregt wieder eine Reservemannschaft ins Leben zu rufen. Die Neuwahlen ergaben als 1. Vorsitzender Heinrich Höfner. 2. Vorsitzender Helmut Höfner, Kassier wurde Herbert Stumpf. Doch schon in der Ausschusssitzung am 18.01.63 erfolgte der Rücktritt des Schriftführers. Cristoph Zeckai, bereits Schriftführer, wurde zum Kassenprüfer gewählt. Der vorläufige sportliche Tiefpunkt war 1963 erreicht. Am Saisonende belegte die Mannschaft in der A-Klasse den letzten Tabellenplatz mit 35:123 Toren und 10:42 Punkten. Am 24.5.63 wurde eine Ausschusssitzung einberufen, in der es „um dem Fortbestand der ersten Mannschaft ging“. Das Entscheidungsspiel am 13.Juli 1963 um den Verbleib in der A-Klasse gegen Steinbach am Wald endete nach einen Pausenstand von 1:1 mit einer 1:6 Niederlage. Der Abstieg wurde nicht hingenommen. Am 17.7 1963 wurde die erste Mannschaft vom Spielbetrieb zurückgezogen. In der Serie spielte nur die Jugend und Schülermannschaft
 
 
Unter einer neuen Vorstandschaft wagte der VfR in der Saison 1964/65 einen Start in die C-Klasse. Auf der Jahreshauptversammlung am 6.1.1965 konnte der 1. Vorsitzender Alois Wohlgemuth berichten, dass der VfR Tabellenführer in der C-Klasse sei, zum Auftakt 7:1 gegen Neufang gewonnen, zwei Unentschieden, drei verloren, 42!! Spieler wurden eingesetzt. Zwei Spieler machten alle Spiele mit. Obwohl sich der sportliche Erfolg einstellte, traten einige Funktionäre Monate vor der Generalversammlung zurück.

Der 1. Vorsitzender musste das Amt des Schriftführers, Hauptkassier, Spielleiters und Platzwart übernehmen. Die Neuwahlen ergaben: 1. Vorsitzender Alois Wohlgemuth, 2. Vorsitzender Herbert Stumpf, Hauptkassier Günter Saliger.
 
 
Beim VfR ging es auch tatsächlich wieder aufwärts, denn die Mannschaft wurde auf Anhieb in der Saison 1964/65 Meister der C-Klasse mit 30:4 Punkten und 78:30 Toren. Das Protokoll vermerkt: „Die Kameradschaft unter den Spielern, gut besuchte Trainingsstunden, sowie der unermüdliche Einsatz aller Vereinsfunktionäre waren der Schlüssel zum Erfolg“.

Durch den Wegzug des 1. Vorsitzenden Wohlgemuth musste am 2.4.1965 eine außerordentliche Generalversammlung einberufen werden. Herbert Stumpf übernahm bis zur nächsten Versammlung das Amt des 1. Vorsitzenden. In sportlicher Hinsicht ging es weiter aufwärts. In der Hinrunde der B-Klasse 1965/66 belegte der VfR den 6. Platz mit 6 Punkten Abstand zum Ersten. Nach einem 5:2 Sieg über Friesen am 20. Spieltag, lag die Mannschaft auf dem zweiten Platz hinter dem späteren Meister TSV Teuschnitz. In einem Entscheidungsspiel gegen den punktgleichen Zweiten Burggrub in Kronach gelang vor 1200 Zuschauern ein 2:1 Erfolg und damit der Aufstieg in die A-Klasse.
 
 
Auf der Jahresversammlung am 6.1.1966 dankte Spielleiter Schedel den Spielern für ihren Einsatz. Die Neuwahlen ergaben 1.Vorsitzender Heinz Reif, 2. Vorsitzender Karl Schedel, Kassier Alwin Zeis.

Am 6.1.67 stand die Mannschaft nicht gut in der Tabelle. Ende 1966/67 wies die Mannschaft ein Punktekonto von 10:42 Punkten auf. Mit 50:109 Toren war der VfR Letzter. In der Rückrunde wurden nur 3 Punkte geholt. Der letzte Eintrag im Protokollbuch stammt vom 1.2.1967. Kassierer Alwin Zeis führte den Verein weiter, bis 1971 wieder eine erste Mannschaft in Leben gerufen wurde.
 
  stehend von links: Bergner Heinz, ? Hans, Höfner Bruno, Richter Christoph, Schnell Hans, Friedlein Hans-Werner, Fiedler Kurt, Braun Hans,
 
  mitte: Lau Dieter, Krug Fred, Saliger Günter,  
  kniend: Krug Reinhard, Höfner Bernhard, Müller Klaus,  
 
 
Im Spieljahr 1971/72 meldete der VfR auf Initiative des 1. Vorsitzenden Waldemar Büttner und des Spielleiters Rudi Hempfling eine erste Mannschaft zum Spielbetrieb.

Die Spieler Werner Friedlein und Günter Höfner vom Landesligisten ATS Kulmbach sowie Bruno Höfner wurden zurückgeholt, junge Spieler in die Mannschaft eingebaut. Am 18.7.1971 konnte Großvichtach mit 6:2 im DFB-Pokal besiegt und in der zweiten Runde gegen SSV Oberlangenstadt mit 5:2 gewonnen werden. In der Verbandsrunde wurde am dritten Spieltag die Tabellenführung übernommen. Ende September führten alle drei Mannschaften des VfR in ihren Gruppen die Tabellen an, wobei die Schüler und die erste verlustpunktfrei waren. Die Erste errang ohne Punktverlust den Herbstmeistertitel mit acht Punkten Vorsprung und 83:14 Toren. Die Schüler erkämpften sich den Kreismeister und spielten um die westoberfränkische Meisterschaft. Die Jugend erreichte den Gruppensieg und wurde gleichzeitig Gewinner des B-Pokals für 1971.

Am Ende der Serie wurde die erste Mannschaft mit 44:0 Punkten und einem neuen Rekord von 128:23 Toren souverän C-Klassenmeister. Die erfolgreichsten Torschützen: Günther Höfner 34, Werner Friedlein 24, Anton Stumpf 13, und Christof Richter 12.
 
 
 
  Der Weg zur Meisterschaft:
  Stegaurach - VfR 2 : 4
  VfR - Lichtenfels 3 : 1
  Lichtenfels - VfR 3 : 6
  VfR - Stegaurach 8 : 2
  VfR - Saas Bayreuth 4 : 2
  Saas Bayreuth - VfR 2 : 2
 
 
Im Spieljahr 72/73 wurde wieder eine Reserve zum Spielbetrieb gemeldet, die das erste Spiel mit 7:1 gewann und auf Anhieb Meister wurde. Die Erste schaltete im Pokal die beiden A-Klassisten Küps und Theisenort überzeugend aus und erst in der vierten Runde gegen den Bezirkslegisten Neuses schied die Mannschaft nach großen Kampf mit 2:4 aus.

Am 8.10.71 lagen die Erste und die Reserve auf Platz Zwei in ihrer Klasse. Die erste Niederlage nach 33 Punktspielen gegen Oberlangenstadt am 22.10.71 mit 1:2 schmerzte wenig. Nach Abschluß der Vorrunde wieder auf Platz 2, am 3.12.71 erstmals auf Platz 1. Die erfolgreichsten Torschützen waren: Friedlein 34, Höfner Günther 16, Höfner Bruno 13. Auch die Reserve wurde Meister. Torschützen: Anton Stumpf 21, Heinz Gleich 17, Dieter Lau 13. Die Schüler holten sich 1973 erneut den Kreismeistertitel.
 
 
Zum Auftakt in der A-Klasse wurde Tettau 5:1 besiegt. Ende September 1973 lagen beide Mannschaften des VfR auf Platz 1. Der VfR errang die Herbstmeisterschaft. Johannisthal und Windheim waren am Ende punktgleich. In einem Ausscheidungsspiel in Kronach vor 2500 Zuschauern gewann der VfR mit 2:1 und wurde 1974 Meister der A-Klasse.

Die Mannschaft schaffte damit den direkten Aufstieg von der C-Klasse bis in die Bezirksklasse. Trainer Max Büttner, der die Elf seit 1972 betreute: „Das Ziel des VfR ist der Klassenerhalt, wir haben unser Training den Mannschaften der Bezirksliga angeglichen, versuchen zweimal wöchentlich uns fit zu halten. Es ist eine junge Mannschaft, die Spieler stammen alle aus Johannisthal. Die Moral ist ausgezeichnet, die Arbeit mit den willigen Spielern, die ihr bestes geben macht Freude. Es herrscht gute Kameradschaft und ein gutes Zusammenwirken mit der Vorstandschaft“.
 
 
Im ersten Spiel gegen Stegaurach verschenkte der VfR beim 3:3 einen Punkt und startete mit vier Unentschieden. Gegen Rödental im 10-Saisonspiel schwächten zwei rote Karten die Mannschaft für die kommenden Aufgaben. Die Abschlusstabelle zeigte folgendes Bild: Mit 5 Siegen, 10 Unentschieden bei einem Punktestand von 20:48 und 41:86 Toren musste die Mannschaft absteigen.

Die besten Torschützen: Bruno Höfner 8, Günther Höfner 7, Günther Stumpf 6.

Die Gründe für direkten Abstieg lagen nach Auffassung des Trainers darin, der Sturm war geschwächt, der Kader mit 15 Mann zu klein, die Mannschaft zu unerfahren. Die Jugend wurde 1974 Pokalsieger.
 
 
Nach dem Abstieg in die A-Klasse wanderten einige erfahrene Spieler ab, die aber durch talentierte junge Fußballer wie z.B. Jürgen Bechtel, der auf Anhieb 17 Tore in dieser Klasse schoss, ersetzt wurden. Als neuer Trainer kam Lorenz Richter, der die Mannschaft neu motivierte. Zum Auftakt in der A-Klasse gelangen zwei Kantersiege gegen Großvichtach. Die Erste gewann mit 6:1, die Reserve mit 17:4. Die Reserve, die den Tabellenführer Rothenkirchen mit 7:0 besiegte wurde zu Saisonende Dritter mit 94:34 Toren und 37:13 Punkten. Günther Höfner schoss 28 Tore. Im Juni 76 war die Erste punktgleich mit Haig und Pressig, Zweiter in der A-Klasse. Das erste Entscheidungsspiel gegen Pressig wurde mit 3:1 gewonnen, gegen Haig mit 1:0 verloren und damit die Qualifikation für die Bezirksliga nur knapp verpasst.

Torschützen: Bechtel 17 Treffer, Friedlein 11.
Reserve: Höfner Rudolf 18, Seidel K.D. 17 Tore.

Die VfR Jugend gewann 1976 erneut den Kreispokal.
 
 
startete die Mannschaft gut. Im DFB-Pokal wurde Oberlangenstadt mit 5:0 besiegt und Theisenort mit 4:1 ausgeschaltet. In der dritten Runde musste sich der VfR nach großem Kampf den Landesligisten SV Neuses mit 0:1 geschlagen geben.
 
 
Am 6.1 1977 konnte der Vorstand berichten, dass die Reserve, Jugend und Schüler jeweils die Tabelle anführen, die erste Mannschaft auf dem 3. Platz liegt. Nach einem doppelten Punktverlust gegen Thonberg rutscht die Mannschaft auf dem dritten Platz. Durch weitere drei Niederlagen in Folge am Ende der Serie, fällt die erste Mannschaft zurück und wird nur Vierter.
Die Reserve bleibt 16 Spieltage ungeschlagen und wird Meister mit 47:9 Punkten und 65:23 Toren.
 
 
hatte sich die Mannschaft viel vorgenommen, Hans Hofmann sollte Trainer werden. Das Auftakt- Freundschaftsspiel gegen Kronach 5:3 gewonnen, prompt verlor man im Pokal gegen Oberlangenstadt. Es folgte ein schlechter Start, am 12. Spieltag gelingt der erste Sieg, die Mannschaft ist Vorletzter. Rudolf Höfner übernimmt für den durch einen Unfall verhinderten Hans Hofmann das Traineramt, ist Spieler und Spielleiter gleichzeitig. Nach der Vorrunde ist die Erste Vorletzter mit 12:20 Punkten und erreichte am Ende einen 9. Tabellenplatz. Die Reserve holt wiederum den Meistertitel mit 79:33 Toren und 44:12 Punkten.
Auch die Schülermannschaft stand (unbesiegt) auf dem ersten Platz. Die C-Jugend kommt bis ins Endspiel, in dem sie gegen Pressig verlor.
 
 
Die Punktspiele der ersten Mannschaft beginnen mit einem Sieg über Steinberg und einem 7:1 gegen Friesen. Am Ende der Vorrunde ist die Elf auf Platz 1, die Reserve auf Platz 2. Auf der Jahreshauptversammlung 1979 begrüßt Richard Schrepfer erstmals die Mitglieder im neuen Sportheim, das im Juni eingeweiht werden soll. Die erste Mannschaft mit ihren Trainer Hans Richter bringt endlich wieder gute Leistungen. Nach Beendigung der Vorrunde ist die erste Mannschaft unbesiegt. Der Spielleiter für die erste und zweite Mannschaft, Siegfried Sachs, teilt mit, dass die 1. Mannschaft sich auf dem 1. Platz befindet und die Reserve derzeit auf Platz 2 liegt.

Das Amt des 1. Spielleiters übernahm Waldemar Büttner. Ein Sieg in einem Freundschaftsspiel gegen den Landesligisten Neuses mit 4:1 motivierte die Fußballer erneut. In der Rückrunde gab der VfR keinen Punkt mehr ab und wurde mit 10 Punkten bei 48:8 Punkten und 93:29 Toren überzeugend Meister.

Auch die Reserve erringt 78/79 zum dritten Mal in Folge den Meistertitel mit 117:27 Toren und 47:9 Punkten. Die dritte Meisterschale holten die Schüler nach Johannisthal. Die dreifache Meisterschaft wurde mit einem schwungvollen Fest gefeiert, bei der ein Ochse am Spieß gebraten wurde.
 
 
 
 
 
1980 tritt der langjährige 1. Vorsitzender Richard Schrepfer, der sich beim Bau des Sportheimes sehr verdient gemacht hat zurück. Altbürgermeister Heinrich Höfner, erklärte sich bereit, dieses Amt zu übernehmen. Bis zur Jahreshauptversammlung legen der Kassierer und der 2. Vorsitzender ihr Amt nieder. Bei den Neuwahlen wurde Rudolf Höfner 1. Vorsitzender, Walter Fischer sein Stellvertreter und Kurt Eckert Hauptkassier. Die erste Mannschaft stand zum Abschluss der Saison 1980/81 auf dem letzten Platz und stieg damit nach zwei Jahren Bezirksliga wieder ab. Die Reserve belegte Platz Zwei.

Bei den Neuwahlen 1982 übernahmen Kurt Eckert und Werner Herbst die Aufgabe als Vereinsvorsitzende, Hauptkassier wird Anneliese Eckert. Bis zum 19. Spieltag lag die Mannschaft auf Platz Zwei. Nach einer Negativserie mit drei Niederlagen in Folge und 2:8 Punkten, fiel die Elf zurück. Der Endspurt mit drei Siegen kam zu spät. Im letzten Spiel wurde gegen Ebersdorf verloren und der zweite Platz verspielt. Die Mannschaft landete auf Platz vier. Die Reserve belegte Platz 10. Unter ihren Spielleiter Siegfried Sachs und Trainer Hans Hofmann wurde die A-Jugend Kreismeister.

Am 9.2.82 erzielte die Jugend einen eindrucksvollen 8:1 Sieg gegen den SV Hallstadt und spielte hervorragend in der Kreisliga mit. Als beste Spieler zeichneten sich Sachs Stefan und sein Zwillingsbruder Hansi aus.

1982 gewann der VfR in der 3. Runde des DFB-Pokal nach Verlängerung gegen den Bezirksligaaufsteiger Neuses mit 3:2. Trotz sportlicher Erfolge zeichnet sich Ende 1982 eine Führungskrise im Verein ab. Am 27.11.82 erklärte der 1. Vorsitzender, dass er zurück treten werde. Auch der 2. Vorsitzender und der Kassier wollen kein Amt mehr übernehmen. Während der Saison war der Spielleiter zurückgetreten und Günther Höfner übernahm die Funktion. Gleichzeitig wünscht die Mannschaft vertreten durch den Spielführer, dass die Pokalerfolge entsprechend honoriert werden. Die mühsamen Neuwahlen ergaben 1. Vorsitzender Heinz Höfner, 2. Vorsitzender Georg Mäusbacher, Kassier Georg Braun.

 
 
Schlagzeilen aus der Presse:

VfR Johannisthal warf ASV Gaustadt aus dem Pokal
Entscheidung durch H.Hofmann
Foulelfmeter gegen den Landesligisten zum 1:0 verwandelt

„Korbmacher“ meldeten auch „Cosmos“ ab
Bayernligist Frohnlach blamierte sich im Pokal beim VfR Johannisthal

 
1983/84 wird Johannisthal Zweiter hinter Rothenkirchen und erreicht die Qualifikation zur Bezirksliga. Erfolgreichster Torschütze: Sachs Stefan mit 26 Toren. Das erste Qualifikationsspiel gegen DjK Coburg wird in der Verlängerung gewonnen. Das nächste Spiel gegen Neustadt mit 4:1 verloren und der Aufstieg nicht geschafft. Die Reserve erringt die Meisterschaft und schießt 106 Tore. Im DFB Pokal 1984 kann der Erfolg von 1983 nicht wiederholt werden. Gegen den C-Klassisten Schmölz scheidet der letztjährige Finalteilnehmer in der ersten Runde mit 4:3 aus.

Nach dem vierten Platz 1984/85 in der A-Klasse blieb der VfR in der Saison 1885/86 14 Spieltage unbesiegt und wird schließlich Meister mit fünf Punkten Vorsprung. Von den 92 Toren erzielte Stefan Sachs allein 36 Treffer, Hans Hofmann folgte 15 Toren. Kein Spieler sah die rote Karte. In der Bezirksligarunde 1886/87 hält der VfR gut mit, und schafft den 7. Platz. Stefan Sachs erzielte 24 Tore (30:30 Punkte und 56:51 Tore). Der in Ziegelerden ausgespielte Bergpokal wird 1987 zum vierten male in Folge gewonnen. Weitere Siege von 1990 und 1991 schließen an.

 
 
Im Endspiel um die Kreismeisterschaft setzte sich der Bezirksligist VfR gegen Reichenbach mit 3:1 durch. Bernd Höfner schoss nicht nur ein Tor, sondern wurde im Pressebericht zusammen mit Frank Gernlein auch als bester Spieler bezeichnet. Für die Bezirksligasaison 1987 verstärkte sich der VfR mit Stefan Schnidt, Heinrich Mertel, Frank Gernlein, Alfred Bergner und Horst Höhn. Aus der eigenen Jigend kamen Frank Haderlein, Steffen Wegner und Frank Gebelein in den Kader.

Das Ziel, dass sich die Mannschaft und der Trainer Rudolf Höfner mit Spielleiter Farnk Sigmund steckte, Aufstieg zur neuen Bezirksoberliga, in die die Westgruppe sechs Mannschaften entsenden konnte. Zu Saisonende belegte die Mannschaft einen 9.Platz. Der Aufstieg zur Oberliga wurde um 5 Punkte verpasst. Der Start in die Bezirksliga 1988/89 brachte Licht und Schatten. Gegen Neuses wurde mit 6:2 gewonnen, im nächsten Spiel 5:1 gegen Gaustadt gesiegt, am 10.Spieltag in Buttenheim 7:0 verloren.

Auf einer Tagung der Vereine beklagte Bezirksligaspielleiter Heinlein die schlechte Spielmoral aller Mannschaften. In der Vorrunde zeigten die Schiedsrichter 29-mal die Rote Karte. Der VfR führte die Sünderliste mit 6 Roten Karten an. Zwei weitere Platzverweise am 27. Spieltag schwächten die Mannschaft. Als Vorletzter musste der VfR absteigen. Nach dem Abstieg verließen wertvolle Spieler den Verein. Die Reserve konnte in der A-Klasse wegen der knappen Spielerdecke nicht am Spielbetrieb teilnehmen. Auch die erste Mannschaft hielt anfangs nicht wie gewohnt in der A-Klasse mit, sie landete auf Platz 6.

Die in dieser Zeit unter Trainer Hans Raab und Spielleiter Klaus Müller gute Nachwuchsarbeit zeigte erste Früchte. Die Jugend gewann 1990 den B-Pokal. Aus diesen Spielern sollte in den nächsten Jahren der Nachwuchs für die erste und zweite Mannschaft kommen. Den Sprung schafften: Gerald Schneider, Alexander Herbst, Michael Eckert, Markus Krug, Alexander Raab, Tobias Scheffler, Michael Neder, Steffen Mäusbacher und Heiko Höfner.
 
 
Nach Ende der Vorrunde lag die Mannschaft auf Platz Zwei, hinter dem ASV Gaustadt und errang am Ende den Vizemeistertitel. Im Qualifikationsspiel gegen FSV Naila gelang ein 1:0 Sieg und damit der Aufstieg in die Bezirksoberliga, der nach zwei aufeinander folgenden Aufstiegen neben dem Oberfränkischen Pokalfinale von 1983 wohl als der sportlich größte Erfolg in der Vereinsgeschichte bezeichnet werden kann.
 
stehend v.l.: Ernst Kroha, Michael Müller, Richard Vetter, Alexander Herbst, Mario Herbst, Bernd Höfner, Paul-Stephan Hartfil.
Stefan Schmidt, Frank Haderlein, Karl Hack, Klaus-Dieter Seidel, Edgar Sachs, Heiner Meindelschmidt
kniend v.l.: Tobias Scheffler, Markus Krug, Stefan van Bürck, Frank Gernlein, Willi Hofmann, Alexander Raab, Stefan Richter, Stefan Sachs
 
 
Obwohl die Mannschaft im Pokalhalbfinale 1993 gegen Stockheim mit 4:4 nach Verlängerung ausgeschieden war, gelang ihr zum Auftakt in der Bezirksoberliga ein guter Start. Nach einem 5:1 Sieg gegen Kasendorf führte der VfR die Tabelle an. Auch das nächste Auswärtsspiel in Memmelsdorf mit einem 1:1 ließ noch hoffen, aber die schwere Verletzung von Stefan van Bürck, der zu den spielerisch stärksten und erfolgreichsten Torschützen des VfR zählte, war ein nicht zu ersetzender Substanzverlust. Verletzungen von Frank Gernlein und Paul Stephan Hartfil schwächten die Mannschaft nachhaltig. Im Heimspiel gegen Trebgast sahen zusätzlich zwei Spieler Gelb-Rot. Als das Spiel auswärts in Mitterteich mit 1:8 verloren ging, setzte sich der Abwärtstrend fort. Zu Beginn der Rückrunde bei 6 Pluspunkten wurde gegen Kasendorf 6:1 verloren und damit der Abstieg vorgezeichnet. Mit 11:49 Punkten und 44:109 Toren stieg der VfR aus der Oberliga ab. Die Reserve konnte unter Aufbietung aller Kräfte in der C-Klasse einen 10. Platz belegen.
 
 
Auch der DFB-Pokal 1994 begann mit einer Enttäuschung. Gegen den B-Klassisten Weißenbrunn verlor die Mannschaft 2:1. Der neue Trainer Willi Meinhardt, der im Juni noch bei den Fußballweltmeisterschaften in den USA weilte, versuchte der Mannschaft ab Ende Juli den richtigen Schliff beizubringen. In der Vorrunde konnte die Mannschaft sich im vorderen Mittelfeld mit Kontakt zur Spitze festsetzen. In der Rückrunde gelang nach mehreren unnötigen Punktverlusten (Neustadt, Gifting…) erst im letzten Spiel mit einen diesmal überzeugenden 3:1 gegen Frickendorf der 8. Tabellenplatz.
Die Reserve behauptete sich in der Bezirksliga gut belegte einen fünften Platz. Die Spieler der zweiten Mannschaft erzielten obwohl einige Begegnungen durch „höhere Gewalt“ abgesagt wurden, mit 86 Toren die meisten Treffer in ihrer Staffel. Seit Juni trainiert der bisherige Jugendtrainer Jürgen Fenner die 1. Mannschaft, die mit Neuzugängen und den jungen Talenten aus der von Ferner geformten A-Jugend eine Erfolg versprechende Gemeinschaft bilden.
Die Reserve wird als 1. Mannschaft wieder in der C-Klasse um Punkte kämpfen. Für Spielerischen Nachwuchs und Betreuung ist gesorgt, wie die Bilder in der Festschrift und die Trainingsbesuche der Schülermannschaften belegen. An eine 75.jährige Tradition anzuknüpfen, bringt eine große Verantwortung für die Mitarbeiter des Vereins mit sich, das Geschaffene der Vorgänger zu wahren, zu erhalten und wenn möglich zu mehren. Es ist aber gemeinsam mit allen Mitgliedern eine sichere Basis für die sportliche Zukunft des Fußballsports in Johannisthal.
 

 
 

Den Radfahrverein „Concordia“ gibt es heute nicht mehr, er erlebte zwischen den beiden Weltkriegen große Zeiten.
Der VdK (Verein der Kriegsgeschädigten) wurde nach dem 2.Weltkrieg gegründet.

Ferner sind an Vereinigungen noch zu erwähnen:
- Reisetaubenverein „Rodachbote“
- Katholischer Kirchenverschönerungsverein
- Evangelischer Kirchenbauverein
- Freiwillige Feuerwehr
- Tischtennisclub

 

 
 
Die katholische Kirche in Johannisthal, erbaut im Jahre 1936, ist eine Filialkirche der Pfarrei Theisenort.

Vom Pfarrsitz Theisenort betreuten folgende Geistliche die Katholiken Johannisthals:

Seit dem 19.Jahrhundert:
Braunersreuther, Brunnennatter, Theis, Fillweber, Gleußner, Weißenfeld, Klinger, Schnatta, Rothlauf, Bittner, Gatter, Müller, Pennrich, Renk, Hundsdörfer, Götz, Bauer, Meierhöfer, Kormann, Schröder.

 

 
 
Um 1788 werden die heutigen Bürgermeister „Schultheiß“ oder „Ortsvorsteher der Gemeinde“ genannt, ab 1818 nur noch „Vorsteher der Gemeinde“ und seit 1869 „Bürgermeister“

Im 19. Jahrhundert:

Heinrich Stöhr, Johann Sauerwein, Michael Keim, Benedikt Zöllner, Christian Güthlein, Göttner oder Gättner, Leffer, Hofmann, Georg Schrepfer, Georg Horther.

Im 20. Jahrhundert:

Karl Müller, Lorenz Höfner, Julius Müller, Fritz Bauer, Georg Schrepfer, August Bärenz, Konrad Höfner, Max Büttner, Heinrich Höfner.